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1 (1716) Helvetiae stoicheiographia, orographia et oreographia, oder, Beschreibung der Elementen, Grenzen und Bergen des Schweitzerlands / [Johann Jacob Scheuchzer]
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95
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an

Schwarzwald / weilen zu Schliengen und anderſtwo im Marg-

graffiſchen der Erdbidem ſtaͤrker geſpiket worden als zu Baſel / undiechſtal/ ja in der Kleineren Stadt ſtaͤrker als in der Groſ-ſen/ ſo das dort einiche Mauren umgeworffen worden/ hier aber kein

Schade geſchehen. Bey uns iſt die Limmat vom 23. bis zum 24 wol

7. Zohl angewachſen. So kamen auch Schreiben von Genf / daß die

Arva mit ſolcher ungeſtuͤmme in die Khoſne eingefloſſen/ das dieſer

90 Fluß gegen dem See getrieben die Mühlen ſelbs zuruck zu ge-en gezwungen habe.

Der Merz hatte auch zimlich viel Regen; den 28. Abends um.Uhr ſahe der Wachter auf dem Oberdorff zu Zurich eine feurigeKugel blaulechter Farb/ welche ihre Flammen gegen dem See ge-

Der Aprel war anfangs kalt und feucht/ um die mitte warm/ ſodas den 20. die Bollen an den Baͤumen hervor getrukt: das end war

zimlich milt; den 1. um 4. Uhr Morgens ſahe mag gegen Mittag ei-nen feurigen Himmel/ und wurde zugleich gehoͤrt ein Klapf.

Der Mey war anfangs kalt und feucht/ ſo das der Schnee aufdem Albis gefallen/ und liegen blieben: von vielem Negen/ Schnee/und kalten Winden ſchiene es/ als ob das Korn und die Weinreben nichtgeringen Schaden leiden werden/ es hatte aber das vielfaltige Thau al-les wiederum erfriſchet. Das end des Mongts war gut. Aber den 14.diß Monats hat der warme Foͤnwind der Baumblüth und Früchtenmerklichen Schaden zugefuͤgt; den 20. paſſierte zu Bern eine merk-an eder e zu ſeiner Zeit mit mehrerem ſol beſchrie-

en werden. 1

Der Brachmonat war zimlich trocken/ ſo das es 23. Tag langvon dem 3. bis den 27. niemahlen geregnet: ſo das dieſe Trockne ohnemerklichen Schaden nicht abgeloffen were/ wann nicht die viele Regenund Thaͤuer der vergangenen Monaten dem Mangel der Früchten vor-

gebauet hetten; den 12. ſahe man blühende Trauben; den 15. aber

fam faſt alles Weingewachs in die Bluht/ und war zu end des Mo-nats alles verbluͤhet. Weilen die Nordwind immer die Oberhand be-

halten/ fielen in dieſem Monat wenige Thäuer.

Zu anfang des Heumonats waren die Weinreben in gutem Stand/die Wieſen aber dur; es litte guch das Korn und erwartete man keinereiche Ernd. Es hatte zwahr das feuchte Wetter mit dem hellen ab-gewechſelt/ doch hatte die Warme uͤberwogen.

Der Augſtmonat war kalt und feucht/ und deßnahen denen len