mehr zu Tage, und die Ueberzeugung, daß die gedeihliche Fortent-wicklung der nationalökonomischen Zustände nothwendig ein größeresMaß von Freiheit im Austausch der Produkte von Nation zu Nationerfordere, hat sich allgemeiner verbreitet und in vielen maßgebendenKreisen Boden gewonnen. — Durch den Abschluß des Handelsver-trages mit England scheint nun auch Frankreich sich dieser Anschau-ungsweise zuwenden zu wollen und sich entschlossen zu haben, an dieStelle seines bisherigen Prohibitiv- und Schutzzollsystems freiereHandelsgrundsätze einzuführen. Von den Rückwirkungen derselbenauf die übrigen Schutzzollstaaten dürfen erfreulichere Zustände in denHandelsbeziehungen zu den uns umgebenden Ländern gehofft werden,als die der abgewichenen Dezennien.
Auch von der stattgefundenen Einführung des sardinischen Zoll-tarifs in dem größten Theile Italiens können für den Handelsverkehrder Schweiz mit jenem Lande, nach der Rückkehr ruhigerer Zustände,günstige Resultate erwartet werden, da dieser Tarif, wenn auch nochsehr hoch, immerhin die Einfuhr verschiedener Artikel ermöglicht undim Allgemeinen niedrigere Ansätze enthält, als die meisten, früher injenem Lande bestandenen Zölle.
Mit Besorgniß blickt der schweizerische Handelsstand auf die Vor-gänge in Nordamerika hin, wo bei Anlaß der Präsidentenwahl einetiefe Spaltung zwischen einigen sklavenhaltenden Staaten des Südensund der Regierung in Washington eingetreten ist. Neben den poli-tischen Sympathien verbinden große merkantilische Interessen dieSchweiz mit jenem Lande, denen ernstliche Störungen bevorstehen,wenn, was wir nicht hoffen wollen, der Bürgerkrieg in Amerika ausbrechen sollte.
Die wachsende Bedeutung des schweizerischen Handels im OstenAsiens (Ostindien, Sunda-Jnseln, Philippinen, China und Japan )zieht die Aufmersamkeit der Bundesbehörden auch nach jenen fernenLändern hin, wo die wichtigen Ereignisse der neuesten Zeit den euro-päischen Einfluß vermehrt und gekräftigt haben.