Vorwort zur ersten Auflage.
Beim Entwerfen der »Elemente der Geologie«, welche ichhiermit dem naturwissenschaftlichen Publikum übergebe, habe ich esals eine meiner Hauptaufgaben betrachtet, den Erdball im Lichte einesvom Zeitpunkte seiner Individualisierung an in lebendiger fortschrittlicherEntwickelung begriffenen kosmischen Einzelwesens erscheinen zu lassen,im Gegensätze zu der rein beschreibenden Darstellungsweise,welche nur zu leicht den Eindruck hinterläßt, als oh unser Planetetwas Totes, Starres und in seinen oberflächlichen Konturen Unbeweg-liches und fertig Gegebenes sei. Es konnte Dies namentlich in denKapiteln Uber dynamische, petrogenetische und historische Geologie ge-schehen, während der petrographische Abschnitt sich auf die nackte,systematische Aufzählung und Beschreibung des Gesteinsmateriales unddie Architektonische Geologie auf die kahle Beschreibung des Bauesder Erdkruste beschränken mußte. Bei Behandlung der physiographi-schen Geologie habe ich die Oberflächenbeschaffenheit unseres Planetennur in skizzenhaften Umrissen entwerfen können, um mich nicht allzu weit in ein benachbartes Gebiet, das der physikalischen Geographie,zu verlieren.
In der Darstellung der Entwickelungsgeschichte des Erdballes undseiner Bewohner (also in der historischen Geologie) wird der Leser diepaläontologischen Beschreibungen vermissen, welche sich in ähnlichenLehrbüchern eingeflochten finden. Ich habe dergleichen, ohnehin nichterschöpfende und befriedigende zoologisch -botanische Charakterisierungender »Leitfossilien« vermeiden und deren Kenntnis voraussetzen zu müssengeglaubt, ebenso wie dies bei petrographischen und mineralogischenStudien einerseits mit Bezug auf die gesteinsbildenden Mineralien,andererseits auf die mineralbildenden Grundstoffe geschieht.
Die Eruptivgesteine, deren Emporbrechen einen so wichtigenEinfluß auf die allmähliche Umgestaltung und die jeweilige Erscheinungs-