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Elemente der Geologie / Hermann Credner
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19
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I. Physiographisclie Geologie.

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Auch auf dem Meeresboden wechseln Höhen und Tiefen miteinanderab, nur fehlen alle die Unebenheiten, welche die zerstörende Kraft derAtmosphärilien und fließenden Gewässer im Laufe der Zeit auf der Erd-oberfläche aus dem früher nur wenig gegliederten Ganzen herausgearbeitethat. Es besitzt vielmehr der Meeresgrund eine einförmige, flachwelligeOberfläche, welche sich in sanften Terrassen hebt oder senkt und von all-mählichen Bodenanschwellungen oder beckenförmigen Einsenkungen unter-brochen wird.

Man hat den Meeresgrund als gesunkene Teile der Erdkruste zu be-trachten, während die Kontinente ihr ehemaliges Niveau beibehalten odersich noch über dasselbe gehoben haben. Um eine Vorstellung von der Kon-figuration der eigentlichen Erdoberfläche zu bekommen, muß man sich die-selbe ganz ohne Wasser denken, dann würden sich die Kontinente als sanftgeböschte, gewaltige Plateaus inmitten des dreimal so weit ausgedehntenwelligen Tieflandes im Durchschnitte ÖüÜO m hoch emporheben. Vom nie-drigsten Punkte dieses letzteren, des Meeresgrundes, bis zu dem Kontinental-plateau würde man Uber 8,5 km Verlikalhöhe, und von diesem bis zu denihm aufgesetzten höchsten Gebirgsgipfeln von neuem etwa 8,8km zu steigenhaben.