II. Petrographische Geologie.
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Umrühren mit Wasser, bis dieselben schweben; dann besitzt die Flüssigkeitdas spezifische Gewicht des Minerales, und man hat nur nötig, ein be-stimmtes Quantum derselben in einem tarierten Kölbchen (von 25 kcmInhalt) abzuwägen und das Gewicht der Flüssigkeit durch 25 zu dividieren.Die gefundene Zahl giebt das Gewicht von 1 kcm Flüssigkeit gleich demspezifischen Gewicht des Minerales .
Mit Erfolg wird auch zum Zwecke der Isolierung der Gesteinsgemengteileder Elektromagnet angewandt. Indem man die Stromstärke verschiedenabändert, gelingt es, die eisenhaltigen von den eisenfreien Gesteinsele-menten zu trennen.
Oft ist es angezeigt, das spezifische Gewicht des Gesteins selbst zuermitteln, woraus sich nicht selten sichere Schlüsse auf dessen mineralo-gische Zusammensetzung ziehen lassen. So können z. B. Gesteine, welcheein geringeres spezifisches Gewicht besitzen als der Labrador, nie Gemengevon Labrador und Augit sein, denn da das spezifische Gewicht des Augilesgröber ist als das des Labradores, so kann sich das spezifische Gewicht derLabrador-Augitgesteine nur in den Grenzen zwischen dem dieser beidenMineralien bewegen. Gemengte Silikatgesteine besitzen ein um so höheresspezifisches Gewicht, je geringer der Gehalt an Kieselsäure und je größerder an Basen ist. — Auch die Prüfung der Härte dichter Gesteine erlaubtzuweilen Schlüsse auf deren mineralische Konstitution, z. B. auf die Ab-wesenheit oder Gegenwart von freier Kieselsäure.
Ein empfehlenswertes Verfahren, wodurch nachgewiesen werden kann,ob mikrokristallinische Gemengteile eines Gesteines in Säuren löslich sindoder nicht, besteht darin, daß man das betreffende Gestein zu einem nichtzu groben Pulver reibt, in welchem man mit dem Mikroskope die einzelnenKörner nach Farbe, Polarisationsverhalten u. s. w. zu unterscheiden imstände ist. Ein anderer Teil des Pulvers wird mit Salzsäure gekocht unddann gut ausgewaschen. Vergleicht man die so behandelte Pulvermengemit der in ursprünglichem Zustande befindlichen, so ergiebt sich durch dasVerschwundensein irgend eines Mineralelementes dessen Auflöslichkeitoder Zersetzbarkeit. Noch ratsamer ist es, mikroskopische Präparate, alsoDünnschliffe, auf diese Weise zu behandeln.
Die chemische Untersuchung der Gesteine wird hauptsächlich durchBauschanalysen bewerkstelligt. Zwar wird durch sie nur die allgemeinechemische Zusammensetzung eines Gesteines ermittelt, doch ist es mituntermöglich, aus derselben Schlüsse auf die Natur der dasselbe konstituierendenMineralien abzuleiten. So müßten, um einige Beispiele anzuführen, ge-mengte Orthoklasgesteine, deren Kieselgehalt mehr als 66 Prozent beträgt,notwendigerweise Quarz enthalten; — ein Hornblende-Orthoklasgestein,dessen Kieselsäuregehalt dem des Orthoklases gleichkommt, enthält eben-falls freie Kieselsäure, da der Kieselsäuregehalt der Hornblende bei weitem