Buch 
Elemente der Geologie / Hermann Credner
Entstehung
Seite
75
JPEG-Download
 

II. Petrographische Geologie.

75

Orthit, Magneteisen, Schwefelkies, namentlich aber Titanit anzuführen. Alsebensolche muß man die Quarzkörner, welche selbst manchen typischenSyeniten nicht fremd sind, betrachten. Das Magneteisen tritt nicht nurstrichweise in Gestalt feinkörniger Imprägnationen als zufälliger Gemeng-teil,. sondern auch in mächtigen und weit ausgedehnten unregelmäßigenStöcken oder anhaltenden regelmäßigen Flötzen innerhalb der Syeniteauf. (Die Kruxe bei Suhl im Thüringer Walde, New-Jersey , New-York,Canada.)

Die Korngröße der syenitischen Gesteinselemente schwankt zwischengrob- und mittelkörnig, doch besitzen sämtliche oben genannte drei Syenit-arten auch Vertreter von dem bloßen Auge fast dicht erscheinender Be-schaffenheit. Wenn sich in der feinkörnigen bis dichten Syenitmassegrößere Feldspatheinsprenglinge einstellen, so entstehen Syenitpor-phyre (Mehlis im Thüringer Walde, bei Predazzo in Südtyrol, im Triebisch-thale bei Meißen ).

Der Syenit ist wie der Granit ein massiges Gestein, besitzt eine echtgranitische Struktur und durchsetzt seine Nebengesteine gang- oderstockförmig, ist also eruptiven Ursprunges (Syenitstock des Monzoni inTyrol, Syenitgänge bei Antrim in Irland , bei Christiania in Norwegen ;Gänge von dichtem Syenite bei Zschopau im Erzgebirge ).

34. Quarz freier Ortlioklasporpliyr.

Während der Quarzporphyr Granitmaterial in porphyrischem Habitusrepräsentiert, läßt sich der quarzfreie Orthoklasporphyr als eine porphy-rische Ausbildung der syenitischen Gesteinselemente auffassen, woraufauch seine chemische Zusammensetzung hinweist. . Er besteht aus einerbräunlichen oder dunkelgrauen, feldspäthigen, dichten oder erdigen, mi-krokrystallinen Grundmasse, welche keine freie Kieselsäure enthält undzahlreiche glänzende, große Orthoklaskrystalle, matte, kleinere und spär-lichere Oligoklas-Individuen, schwarze Hornblendesäulen und dunkeleMagnesiaglimmertafeln, aber keine oder nur seltene mikroskopischeQuarzkörner umschließt. Als zufällige Gemengteile erscheinen Magnet-eisenerz, Granat, Eisenglanz, Epidot, Quarz. Die quarzfreien Orthoklas-porphyre durchbrechen nicht nur in Gängen ihre Nebengesteine, sondernhaben sich auch ähnlich wie die Quarzporphyre lagerförmig zwischen die-selben gedrängt oder überlagern sie deckenartig. Ihre IJaupteruptionenfallen in die zweite Hälfte des paläozoischen Zeitalters. In Deutschland treten sie namentlich in der Umgebung des Schneekopfes in Thüringen , ander Südseite des Harzes, bei Potschappel bei Dresden , in der Umgebungvon Meißen und in den Vogesen auf.

35. Tracliyt.

Der Trachvt ist eine dem Syenit und dem quarzfreien Porphyr analogeMineralkombination, nämlich ein quarzfreies, wesentlich aus Sanidin be-