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Elemente der Geologie / Hermann Credner
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II. Petrographische Geologie.

Ditroit mit bedeutendem Sodalithgehalte (Ditro, Siebenbürgen );

Zirkonsyenit wegen des accessorisch häufigen Zirkons (Laurvig,Norwegen ). ' ,

Recht nephelinreiche Glieder der Nephelin-Svenite wurden neuerdingsaus New-Jersey und von Montreal (mit z. T. 90 Prozent Nephelin) bekannt.

Die Nephelin-Syenite sind auch porphyrischer Ausbildung fähig; essind das Gesteine, die man als Liebenerit-und Gieseckitporphyrebezeichnete.

37. Plionolith (Klingstein).

Der Phonolith ist eine dichte, meist völlig kompakte, in frischem Zu-stande dunkel grünlich graue oder bräunliche, völlig quarzfreie Gesteins-masse, auf deren unebenem, ins Splitterige verlaufendem Bruche glänzendeSpaltungsflächen von Sanidin erscheinen. Das Gestein besitzt eine großeNeigung zu dünn plattenförmiger Absonderung und giebt beim Schlageneinen hellen Klang. Die Mikrostruktur der Grundmasse der Phonolithe isteine durchaus kristallinische, da Glassubstanz höchst spurenhaft und nurin feinen Häutchen aufgefunden wird. Diese Grundmasse besteht aus Tafelnvon Sanidin, sechsseitigen Säulen von Nephelin, Kryställchen von Augit,Leucit, Hauvn und Magnetit. Von diesen Bestandteilen waltet bei denechten Phonolithen bald der Sanidin, bald der Nephelin vor. Mikrofluktua-tionserscheinungen wurden häufiger bei den nephelinarmen, feldspath-reichen Varietäten beobachtet. In dieser Grundmasse liegen sehr zahlreichetafelartige Sanidinkrystalle (mit mikroskopischen Einschlüssen von Nephe-lin, Hauyn, Augit, Magneteisen und Glastropfen), hexagonale Säulen vonNephelin, Prismen von grünem Augit, seltener brauner Hornblende, Krv-stalle von Hauyn, Magneteisensteinkörnchen porphyrisch ausgeschieden, zuwelchen sich noch als selten fehlender accessorischer Bestandteil Titanit-krvställchen, ferner spärliche Biotittäfelchen und vereinzelte Plagioklasegesellen können. Auf Klüften, in Blasen und unregelmäßig gestaltetenHohlräumen enthalten namentlich die hellfarbigen Varietäten des Phono-lithes mancherlei zeolithische Mineralien, z. B. Natrolith, Ghabasit, Desmin,Analcim, Apophyllit, ferner Kalkspath und Hyalith.

Als typisches Mittel der chemischen Zusammensetzung der Phonolithehat sich ergeben: Kieselsäure 59,40, Thonerde 19,50, Eisenoxyd3,50, Manganoxydul 0,15, Kalkerde 2,25, Magnesia 0,70, Kali6,00, Natron 7,00, Wasser 1,60. Ihr mittleres spezifisches Gewichtbeträgt 2,5; im allgemeinen nimmt dasselbe mit dem wachsenden Anteilan unzersetzbarer Substanz zu. Vor dem Löthrohr schmilzt die Phonolilh-masse zu einem grünlich grauen Glase, im Glaskölbchen zeigt sich einWassergehalt, der um so größer ist, je bedeutender die Quantität des ausder Verwitterung des Nephelins t Ilauyns oder Leucits hervorgegangenenzeolithischen Gemengteiles ist.