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Elemente der Geologie / Hermann Credner
Entstehung
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Fünfter Abschnitt.

Architektonische Geologie.

Es ist die Aufgabe der architektonischen Geologie, zu er-forschen, auf welche Weise die Gesteine, deren Zusammensetzung und Ent-stehung in früheren Abschnitten besprochen wurde, zum Aufbau der festenErdkruste benutzt worden sind, welche Form die einzelnen Bausteine be-sitzen, und w 7 ie sie miteinander zu einem großen Ganzen verknüpft sind,kurz, sie soll den Bauplan, die Architektur der Erde ergründen.

Die Erdkruste ist aus Gebirgsgliedern aufgebaut. Unter einem Ge-birgsgliede versteht man eine größere, durch ihr Material, ihre Form undLagerung individualisierte, d. h. als selbständiges Ganzes charakterisierteGesteinsmasse. Material, Form und Lagerung, eines Gesteines sind aber dasGesamtresultat der Entstehungsweise desselben und je nach ihrem sedi-mentären oder eruptiven Ursprünge so durchaus verschieden, daß die Ge-birgsglieder nach dieser ihrer Entstehung und den davon abhängigen Ver-hältnissen in geschichtete und massige gesondert werden müssen. Zuihnen gesellen sich, räumlich freilich eine sehr untergeordnete, national-ökonomisch aber außerordentlich wichtige Bolle spielend, die platten-förmigen Mineralmassen, die Mineralgänge.

a) Die geschichteten Gebirgsglieder.

§ 1 . Die Schicht. Die geschichteten Gebirgsglieder bestehen aus einerregelmäßigen Reihenfolge von aufeinander lagernden Schichten, unter-scheiden sich also von den massigen durch den Besitz einer Schichtung.Eine Schicht ist eine durch zwei annähernd parallele Flächen begrenzteplattenförmige Gesteinsmasse in der Regel von (sedimentärem Ursprünge.Ihre Begrenzungsflächen heißen Schichtungs- oder Schichtflächen.Der für echte geschichtete Gesteine bezeichnende Parallelismus ist nichtallein in der gegenseitigen Lage der Schichtungsflächen, sondern sehr ge-wöhnlich auch in der Parallelstruktur der Schichtenmasse selbst, so inSchieferung, in heller oder dunkeier Streifung, in versteinerungsreichen