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Elemente der Geologie / Hermann Credner
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V. Architektonische Geologie.

i) Kuppen (Domvulkane) werden die isolierten kegel- oder glocken-förmigen Aufstauungen eruptiven Gesteinsmateriales genannt, als derenjetzt verstopfte Eruptivkanäle sich die Gänge und gangförmigen Stöcke er-weisen. Ihr Zusammenhang mit diesen, namentlich aber ihre Struktur (sieheS. 166) unterscheidet sie von kuppenförmigen Resten teilweise durch Ero-sion vernichteter, ursprünglich weit ausgedehnter Decken und Ströme.Porphyr, Trachyt, Phonolith und Basalt bilden am häufigsten solche echtenKuppen (Quellkuppen).

5) Ströme nennt man in Erstarrung übergegangene, ursprünglichglutüüssige Gesteinsmassen, welche sich von ihrem Eruptionspunkte ausstromartig, d. h. mit sehr vorherrschenden Längendimensionen, abwärts er-gossen haben. Auf steil geneigtem Untergründe sind sie meist schmal undnur wenig mächtig, während sie auf sich sanft abflachendem Terrain einegroße Ausbreitung und Mächtigkeit gewinnen können (siehe S. 163). Hier-her gehören die Lavaströme der Jetztzeit, sowie die Basalt-, Trachyt-, Pho-nolith- und Melaphyrströme der Tertiär-, sowie der Permperiode.

6) Decken sind eruptive Gesteinsmassen, welche eine allseitige, be-trächtliche Ausdehnung besitzen und andere Gesteine horizontal überlagern.

Fig. 104. Decke von Basalt, mit Basaltgängen zusammenhängend,bei Suinisch Point auf Skye.

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Die Begrenzungsflächen dieser Decken, nämlich deren Ober- und Unter-fläche, laufen im allgemeinen parallel, lassen jedoch häufig mehr oderweniger bedeutende Unebenheiten wahrnehmen, w T as namentlich an derUnterseite der Fall sein muß, weil sich in deren Form notwendig alle dieUnebenheiten der Auflagerungsflächen wiederholen. Sehr gewöhnlichhängen die Decken mit Gängen, also durch erstarrtes Gestein verstopftenFlruptionsspalten zusammen. Nicht selten folgen solche Decken in großer An-zahl aufeinander und bilden dann förmliche Deckensysteme (s. S. 165).

7) Lager von eruptivem Gesteine (Effusionsschichten) sind ursprüng-lich deckenförmige Ausbreitungen auf dem einstmaligen Meeresgründe oderder früheren Erdoberfläche, w elche durch fortgesetzte oder spätere Nieder-schläge des Ozeanes von sedimentären Schichten bedeckt wurden, alsojetzt gleichförmig in die sedimentäre Schichtenreihe eingeschaltet erschei-nen, aber ihrem Ursprünge nach ebenfalls an irgend einem Punkte miteinem Eruptionskanale in Verbindung stehen oder gestanden haben müssen.Sie sind stets älter, als die sie überlagernden sedimentären Schichten,welche deshalb oft aus dem von den Wellen zerkleinerten Materiale dereinstmaligen Decke (dem jetzigen Lager) von Eruptivgestein bestehen. Sehrhäufig sind sie mit zum Teil versteinerungsführenden Tuffeinlagerungen ver-