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V. Architektonische Geologie.
zelnen geologischen Perioden bethätigt haben, ihre Erläuterung durchBeispiele und Profile finden.
§ 10. Die Strukturformen der massigen Gesteine sind die Resul-tate der bei eintretender Abkühlung und Festwerdung der glutflüssigenGesteinsmasse erfolgenden Kontraktion. Aus letzterer gingen innere Zer-klüftungen des Gesteines und aus diesen mehr oder weniger regelmäßiggestaltete Gesteinskörper hervor. Diese Absonderungsformen sind entwederunregelmäßig polyedrisch oder säulenförmig oder plattenförmig.
Bei unregelmäßig polyedrischer Absonderung durchschneidendieZerklüftungsflächen das Gestein nach verschiedenen, ganz unbestimmtenRichtungen, wodurch regellos gestaltete, von ebenen Flächen umschlossene,scharfkantige Gesteinsstücke entstehen. Diese Strukturform gehört zu denhäufigsten Erscheinungen und ist bei fast allen Graniten, Porphyren undDiabasen anzutrefl'en.
Zerfällt das Gestein in lauter mehr oder weniger langgestreckte pris-matische Körper, welche dicht, wie Bienenwaben, nebeneinander stehen, sonennt man es säulenförmig abgesondert. Die Gesteinssäulen sindgewöhnlich fünf- oder sechsseitig, ihre Seitenflächen sind meist ebenflächigund glatt. Die Winkel, unter denen sie Zusammenstößen, sind vollständigunbestimmt. Der Durchmesser der Säulen beträgt wenige Centimeter bis5, 6 oder 7m, ihre Länge bis Uber 100m. Gewöhnlich sind sie gerade, sel-tener bogenförmig gekrümmt. Am häufigsten und schönsten ausgebildetzeigt sich die säulenförmige Absonderung am Basalte, nächstdem bei Por-phyren, selten bei Diorit, Melaphyr, Granit und Syenit. Zuweilen stellt sich
Fig. 106. Gegliederte Basajltsäulen.
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eine Quergliederung der Säulen des Basaltes ein, der zufolge sie in lautereinzelne aufeinander stehende Stücke geteilt werden. Die Trennungsflächendieser Glieder sind entweder ebenflächig und setzen in größeren oder klei-neren Zwischenräumen rechtwinkelig durch die Säulen hindurch (Fig. 106 A),oder sie haben einerseits eine konkave, andererseits eine konvexe Endflächeund sind so aufeinander gesetzt, daß die gewölbten Enden des einen Glie-des in die Endvertiefungen des nächsten hineinpassen (Fig. 106 B). Seltenerist die in Fig. 106C wiedergegebene Absonderungsform, der zufolge die Ba-