VI. Historische Geologie.
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Karbonische oder Steinkohlenformation. 4 fvehProduktive Steinkohlenformation,
Flötzleerer Sandstein (Millstone grit),
Kulm und Kohlenkalk.
Devonische Formation (Old Red Sandstone). 6SilurischeFormation.
Archäische Formationsgruppe.
Krystallinische Schieferformation. V ^>*5 $'(/'(?-$-Ur- Gneißf ormation.
Abstammung und frühester Zustand der Erde.
I. Kant . Allgem. Naturgeschichte und Theorie des Himmels. 1755.
P. S. Laplace. Exposition du Systeme du monde. 1796.
Siehe auch F. Zöllner . Über die Natur der Kometen. Leipzig 1872. S. 459 u. a. 0.
Unser ganzes Planetensystem verdankt sein Dasein einer einheitlichenEntstehung. In seinem ursprünglichen Zustande wurde dasselbe durch einenvon West nach Ost rotierenden Nebelfleck von ungemein hoher Temperaturrepräsentiert, dessen zentraler Kern die Sonne bildete und dessen äußersteGrenze weit über die Bahn der entferntesten unserer heutigen Planetenhinausreichte. Durch Wärmeausstrahlung in den kalten Weltraum erfolgteseine Abkühlung, somit Zusammenziehung und infolge davon Beschleunigungder Rotation des Urnebelfleckes. Sobald aber letztere eine gewisse GrenzeÜberschritt, trat die Bildung von äquatorialen Ringen ein, welche infolgeungleicher Beschaffenheit und Erkaltung zerrissen und sich in einzelne Ne-belballen, deren jeder von West nach Ost rotierte, auflösten. Aus jedemder letzteren ging ein Planet hervor, jedoch konnte sich bei jedem derselbender nämliche Vorgang der Ringbildung wiederholen, — daher die Trabantender Planeten und die Saturnringe.
Zu den entscheidenden Beweisen für die Richtigkeit dieser von Kantzuerst ausgesprochenen, von Laplace 41 Jahre später wiederholten, w 7 ennauch selbständig gewonnenen Theorie gehört die Übereinstimmung der Re-volutions- und Rotationsrichtung der Planeten, die geringen Neigungen undExzentritäten ihrer Bahn, die Existenz nicht konsistenter Saturnringe, diegegenwärtige glutflüssige Beschaffenheit der Sonne, die spektral-analytischnachgewdesene Identität gewisser, den Sonnenkörper zusammensetzenderElemente mit solchen unserer Erde und endlich die Gleichartigkeit der Be-standteile der Meteorite und derjenigen unseres Planeten.
Von der Kant’schen Theorie ausgehend, lassen sich bei fortdauernder
Credner, Elemente d. Geologie. 5. Aufl.
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