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Elemente der Geologie / Hermann Credner
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1. Ur-Gneißformation.

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stanz gemengt und dann häufig schieferig, flötzartige Einlagerungen bildet(siehe Fig. 117). Die Gneiße einiger skandinavischen Lokalitäten zeichnensich durch ihren Gehalt an Bitumen, sowiean Körnchen von Asphalt und Anthracitaus (Fig. 118).

In den krvstallinischen KalksteinenCanadas, Schottlands und Bayerns kommenin verworren übereinander liegenden Nes-tern von über Kubikfuß Größe parallelwellige, unregelmäßig konzentrische, mitLagen von körnigem Kalke abwechselndeBänder und Streifen von Serpentin vor(Ophicalcite). Diese gebänderten Ser-pentinballen habenCarpenter undDaw-son als Beste einer riesigen, von ihnen Eozoon genannten Foraminifere,und die Kalksteinlager, in welchen sie angehäuft sind, als den neuerenKorallenbänken oder Nummulitenfelsen analoge Foraminiferenriffe an-sprechen zu dürfen geglaubt. Der organische Ursprung des sog. Eozoondürfte jedoch jetzt als widerlegt gelten.*)

Ein sehr gewöhnlicher accessorischer Gemengteil der Gneiße, und zwarvor allem der Hornblendegneiße, ist Magneteisenstein , welcher sehr ge-wöhnlich die genannten Gesteine in feinen Körnchen imprägniert. MancheZonen, ja einzelne Schichten der Gneißformation, mögen sie nun aus Gneißoder aus ihm verwandten Gesteinen bestehen, sind dadurch als erzführendeGesteinszonen ausgebildet, daß ihre Gesteinsmassen oft in meilenweiterErstreckung mehr oder weniger reichlich mit Erzteilchen imprägniert er-scheinen. Solche dem Streichen der Formation parallele erzhaltige Schich-tenzonen heißen Fahlbänder. Die Mineralien, welche in äußerst feinenTeilchen, gewissermaßen wie Wolken von Erzpartikelchen in das Gesteineingesprengt zu sein pflegen und auf diese Weise Veranlassung zur Bildungvon Fahlbändern geben, sind hauptsächlich Magneteisenerz, ferner Schwe-felkies, Kobaltkies, Kupferkies, Zinkblende und Zinnstein. Als derartigeErscheinungen sind z. B. zahlreiche Magneteisensteinimprägnationen inSkandinavien , Schottland und Nordamerika , und die Kupferkies- und Zink-blende-Imprägnationen von Kongsberg anzuführen. Innerhalb solcher Im-prägnationszonen kann eine Konzentration der fein eingesprengten Erzteil-chen zu massiven, lentikulären, flötzartigen oder unregelmäßig gestalteten,also stockförmigen Erzlagerstätten stattfinden, welche dann in der Weise indem Fahlbande eingelagert sind, daß die Flächen ihrer größten Ausdehnung

*) K. Möbius. Der Bau des Eozoon Canadense. Mit 18 Tafeln. Palaeontographica.Cassel 1878.

Fig. 118. Bituminöser Gneiß vonVermland in Schweden .a Gneiß , zum Teil Gneißgranit.

6 Bituminöser Gneiß und Glimmerschie-fer, 3Um mächtig, durch Bitumenschwarz gefärbt; einzelne Lagen ent-halten lu Przt. eines glanzkohlen-ähnlichen Minerales, welches demGneiß in sehr kleinen Körnchen bei-

S emengt ist.

yperit (Diorit?) des Nulleberges.