7. Trias.
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den Alpen zur Entwickelung gelangt ist, sowohl in petrographisc-her, wiepaläontologischer Beziehung von allen übrigen ab. War auch das Vor-handensein des Muschelkalkes in den Alpen schon vor 50 Jahren nach-gewiesen worden, so bedurfte es doch andauerndster Studien, ehe Klarheitin die Schiehtenreihe unterhalb, namentlich aber oberhalb dieses Horizontesder alpinen Trias gelangte. Besonders thätig waren auf diesem GebieteBenecke, Emmrich, Escher von derLinth, Fötterle, Gümbel,von Hauer, von Klipstein, Laube, Lepsius, Lipoid, Loretz,von Mojsisovics, Peters, von Richthofen, Stäche und Sueß.Abgesehen von außerordentlich komplizierten Lagerungsverhältnissen, Zer-stückelungen und Knickungen, sowie von der vollkommenen Unähnlichkeit,welche die einzelnen Schichtengruppen an gar nicht weit voneinander ent-fernten Punkten besitzen, ferner abstrahiert davon, daß die deutscheKeuperformation eine wenig mächtige Strand- und Buchtenbildung, — diealpine Obertrias eine viel Tausend Fuß mächtige Ablagerung des hohenOzeanes ist, war es die Vergesellsehaftung'von echt paläozoischen Or-ganismen, die man für längst ausgestorben hielt^jnit^den Resten einergewissermaßen verfrüht erscheinenden typischen mesozoischen Tier-welt (Orthoceras, Nautilus, Goniatites, Ceratites, Ammonites, Belemnites)innerhalb gewisser Abteilungen der alpinen Obertrias, die, weil bis dahinfür unmöglich gehalten, rätselhaft sein mußte. Aus den neuesten geolo-gischen Untersuchungen geht zugleich hervor, daß sich in den alpinenÄquivalentbildungen der deutschen Trias eine dreifache Gliederung nurauf künstliche Weise durchführen läßt, — entsprechen doch der eintönigenStrandbildung des deutschen Keupers in den Alpen eine ganze Anzahl vonSchichtengruppen mit reichen marinen Faunen, welche außerdem lokalin durchaus verschiedenen Fazies auftreten, während Buntsandstein undMuschelkalk in Deutschland und den Alpen eine gewisse Ähnlichkeit be-wahren.
Der Bunte Sandstein besitzt in den Alpen ungefähr den nämlichenCharakter wie außerhalb derselben.
Der Muschelkalk der Alpen führt gemeinsam mit dem in Nord- undMitteldeutschland Ceratites enodis, Ammonites luganensis (Würzburg ),Terebratula vulgaris, Retzia trigonella, Spirifer. fragilis, Spiriferina hirsuta,Rhynchonella decurtata, Terebratula angusta, Ilalobia Bergeri (Moussoni),Lima striata, Gervillia socialis, Pecten discites, Encrinus liliiformis, Encr.gracilis, Diplopora cylindrica u. a.
Der Keuper aber erscheint in den Alpen ganz anders ausgebildet alsin Nord- und Mitteldeutschland. Während er hier aus einem Komplexvon vorherrschend thonigen, mergeligen und sandigen Gesteinen besteht,schwellen in den Alpen die kalkigen und dolomitischen Sedimente zu einerso enormen Mächtigkeit an, daß dagegen die Zwischenlagen von thonigen