Buch 
Elemente der Geologie / Hermann Credner
Entstehung
Seite
589
JPEG-Download
 

8. Jura.

589

steine, zum großen Teile sehr körnig, oft glimmerreich und dann dünn-plattig, von gelblichgrauer Farbe, stellen sich namentlich an der Basis derLiasformation ein, ohne jedoch aus den übrigen Niveaus des Lias vollständigausgeschlossen zu sein. Mit ihnen sind in einigen Gegenden Steinkohlen-ablagerungen verknüpft, so im Pechgraben bei Weyer in Österreich , amkaspischen Meer, in Persien und China . Bei Fünfkirchen in Ungarn treten25 abbauwürdige Flötze mit einer Gesamtmächtigkeit von 26 m auf (sieheFig. 335). Eine gewisse technische Wichtigkeit, wenn auch nur eine unter-

Fünfkirfhen

//////Jy/

/ > /

s / >/

v/Z///''/ ///'/

7 /// /'///Z/////,

j d f d .9 j

y^y*t pxwu.

WM

Fig. 335. Profil durch die liasische Steinkohlenablage rn n g von Fünfkirchen.

^ach Fötterle.

h Diluviallehm.i Dammerde.

c' Sandsteind Sehieferthone Kohlenschiefer/ Kohlenflötzeg Eisensteinfiötze

a Muschelkalk.b triadische Kalkschiefer.c rhätischer Sandstein

(flotzleer).

geordnete Bedeutung als Glieder der Liasformation, besitzen Einlagerungenvon oolithischem Eisenerze und Sphärosiderit.*) Während letz-terer in Gestalt oft dicht aneinander gedrängter Nieren und Knollen imSchieferthone vorkommt, bilden erstere gewöhnlich regelmäßige und stetigeFlötze, welche teils zwischen dem Sandstein, teils zwischen den Schiefer-thonen der Formation auftreten. Derartige versteinerungsführende Flötzevon oolithischem Eisenstein werden z. B. am Kahleberg bei Echte, bei Helm-städt, bei Harzburg , am Luhdener Berg bei Binteln u. a. 0. abgebaut. ImTeutoburger Walde, und zwar im Kreise Bielefeld , Paderborn und Warburg ,kommen in 50 übereinander liegenden Horizonten Sphärosideritnieren,ferner zwei zusammen 2,20 m mächtige -Sphärosideritlager und endlichdrei Flötze von oolithischem Eisenerz vor, letztere 7,53 m mächtig. Bechteigentümliche Gebilde sind die dünnen Schichten von Tutenmergel (Nagel-kalk), welche z. B. am Harzrand bei Goslar und in Württemberg sehr häufigim Lias Vorkommen.

Lageruugsverhältnisse. Die architektonischen Verhältnisse der Lias-

*) J. Haniel. Über d. Auftreten u. d. Verbreit, des Eisensteins im Jura Deutsch­ lands . Zeitschr. d. Deutsch geol. Gesellsch. Bd. XXYI. 1 874. S. 59.