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Elemente der Geologie / Hermann Credner
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8. Jura.

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Spezies und die enorme Menge ihrer Individuen, andererseits durch dasGebundensein gewisser charakteristischer Arten an ganz bestimmte Hori-zonte eine außerordentliche Bedeutung für diese Formation. Außerdemerhält der paläontologische Habitus derselben durch die zahlreichen undweit verbreiteten Reste von Ichthyosaurus und Plesiosaurus, zweiriesigen Meeressauriern (Enaliosauriern), ein ganz eigentümliches Gepräge.Ihre bikonkaven fischähnlichen Wirbel, ihre flossenartigen Ruderfüße w eisendaraufhin, daß das Meer ihr Element bildete, ihre Krokodilzähne, daß siegefräßige Raubtiere waren, der Inhalt ihres Magens und die Bestandteileihrer Exkremente (Koprolithen), daß ihre Nahrung aus Fischen, Reptilienund Tintenfischen bestand. Diese versteinerten Exkremente zeigen stetsmehr oder w eniger deutliche Spiralfurchen, welche von einer spiraligen, ander Innenseite des Dickdarmes hinlaufenden Falte herrühren, wie sie heutebeim Hai und Stör vorhanden ist. Ihr enorm großes Auge war von einemgegliederten Knochenringe umgeben, ihr Körper w T ar nackt und erreichte10 ja 13 m Länge. Die Brustknochen und das Becken sind außerordentlichmassig und stark entwickelt und die Rippen sind durch Bauchrippen förm-lich zu einem geschlossenen Korbe verbunden. Ichthyosaurus (Fig. 336)besaß einen großen Kopf auf kurzem , delphinartigem Halse und einenlangen Schw'anz, Plesiosaurus (Fig. 337) einen kleinen Kopf auf schlan -

Fig. 336. Ichthyosaurus communis Conyb.

Fig. 337. Plesiosaurus dolichodeirus Conyb.

genartigem Halse (mit 20 bis 40 Wirbeln) und einen kurzen Schwanz. DieHauptfundorte dieser beiden gew altigen Meeressaurier sind Lyme Regis inEngland, Boll in Württemberg und Banz bei Bamberg .

Einen auffallenden Gegensatz zu den nackten, ausschließlich auf dasMeer angewiesenen Sauriern bilden die auch zur Bewegung auf dem Lande