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Elemente der Geologie / Hermann Credner
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VT. Historische Geologie.

2. Ovoidenmergel, Thoneinit eisenhaltigen Kalkkonkretionen (= Ovoiden).

3. Schichten des Ammonites spinatus (= costatus).

III. Oberer Lias.

Lias e, 24 m.

1. Posidonienschiefer.

2. Thone mit Kalkkonkretionen und Ammonites bifrons und Aviculasubstriata.

Lias Z, 1015 m.

1. Mergelbank mit Ammonites crassus und variabilis.

2. Schichten mit Belem ni tes irregularis und acuarius.

Lias der Alpen. Der Lias erscheint in den Alpen in 4 verschiedenenFazies, die sich wechselweise bald zum Teil, bald ganz und gar vertreten:

1. Adnether Schichten (rote Ammonitenkalke), rötliche wohlgeschich-tete Kalksteine mit einer außerordentlich reichen Ammonitenfauna (namentlich Arietitesund Harpoceras, sowie Phylloceras und Lytoceras), welche den gesamten Lias repräsen-tieren und konkordant den KößenerSchichten der nordöstlichen und lombardischen Alpenauflagern. An ihrer Basis lokal die gelblich gefärbten Enzesfelder Schichten.

2. Hierlatz-Schichten , dickbankige Kalksteine, marmorartig weiß und rotgeflammt, z. T. Crinoidenkalke. Brachiopoden, Gasteropoden und Pelecypoden waltenvor (Salzburg , Österreich . Voralpen). Repräsentanten des unteren und mittleren Lias.In den Südalpen (St. Cassian ) mit der mittelliasischen »Zone der Terebratula As-pasia« (Neumayr).

3. A11 g ä u-Schichten = Liasfleckenmergei, graue Mergelschiefer mitvorwaltenden Ammoniten, welche bald den ganzen Lias, bald nur dessen höhere Stufenrepräsentieren. In letzterem Falle lagern sie auf Adnether, Hierlatz- oder GrestenerSchichten auf (bayerische Alpen, tiroler Alpen, Österreich . Voralpen).

4. Grestener Schichten, Sandsteine, Mergel und Schieferthone mit Stein-kohlenflötzen und Landpflanzen. Sonst walten Brachiopoden und Pelecypoden vor(Österreich . Voralpen).

5. Kalksteine von Rotzo, graue mergelige Kalke , Oolithe, Dolomite undSchieferthone mit einer artenreichen Flora von Cycadeen, Coniferen und Farnen, fernermit Harpoceras radians, Terebratula Rozzoana u. a. In Südtirolund den lombardischenAlpen.*)

2. Der Dogger oder braune Jura.

Der petrographische Charakter des Doggers ist zwar ein außer-ordentlich mannigfaltiger und wechselnder, doch spielen Sandsteine, Thone,Mergel und Kalksteine die wesentlichste Rolle bei der Zusammensetzungseiner durchschnittlich 400m mächtigen Schichtenreihe. Die Sandsteinesind meist feinkörnig und weich, besitzen hell- bis dunkelbraune Farben,eröffnen sehr häufig die Doggerformation und bilden oftmals die ganze un-tere Hälfte derselben fast ausschließlich. Andere Zonen des braunen Jurabestehen aus zähen, fetten Thonen, Mergeln und Schieferthonenvon grauer bis schwarzer Farbe. Wie in einigen Ländern Sandsteine und

*) Vergl. R. Lepsius. Das westl. Südtirol . 1878. S. 11 8, und M. Neumayr. N.Jahrb. f. Min. 1881. Bd. I. S. 207 (mit vollständiger Litteratur).