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Elemente der Geologie / Hermann Credner
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VI. Historische Geologie .

Schiefertlionen des Doggers. Sehr gewöhnlich ist auch das Vorkommen vonSchwefelkies, welcher vorzüglich in dieser Formationsgruppe das Verstei-nerungsmittel der Ammoniten und anderer organischer Reste bildet undauf diese Weise, sowie in knolligen Konkretionen manche Schichten desDoggers anfüllt. Nicht selten findet sich endlich in einzelnen Lagen desSchieferthones Gvpsspath in größeren, regelmäßigen Krystallindividueneingeschlossen (Oxford , am Ilils, in der Wesergegend), während Gypsstöckeund mächtige Gypseinlagerungen im Dogger nicht bekannt sind.

Die Lagerimgsverliältnisse des Doggers sind ganz ähnlich wie diedes Lias fast durchgängig sehr einfacher und einförmiger Natur. In man-chen Verbreitungsgebieten dieser Formation liegen ihre Schichten, wennauch wie in Oberschlesien 2 bis 1100 m über dem Meeresspiegel, doch voll-kommen horizontal; in anderen Distrikten sind sie schwach geneigt undbilden flache Mulden innerhalb derer des Lias, oder haben wie in Nord-deutschland weitläufige, flach wellenförmige Faltungen erlitten. Nur aus-nahmsweise haben sie größere Störungen erfahren, so bei Goslar , wo sievollständig überkippt sind, so im schweizer Jura (siehe Fig. 351), wo dieobere Trias, der Lias, der Dogger und obere Jura eine Anzahl paralleler,auf ihrer obersten Wölbung geborstener Falten bilden, deren beide äußersteeine totale Überkippung erfahren haben, so daß weißer Jura, Dogger, Liasund Keuper in umgekehrter Aufeinanderfolge ihrer ursprünglichen Lage-rungsweise den Muschelkalk unterteufen.

Allgemeiner paläontologischer Charakter. Wie der Lias, so istauch der Dogger eine Meeresbildung und deshalb im allgemeinen sehr arman vegetabilischen Resten. In Deutschland kennt man außer Fucoiden,welche auf den Schichtungsflächen des unteren braunen Jura (z.B. in Würt-temberg) ausgebreitet liegen, nur vereinzelte Coniferenhölzer, die sichmitten in marinen Gebilden finden, also nur eingeschwemmt sein können,ferner in den feuerfesten Thonen des unteren Doggers von Oberschlesien die Reste einiger Farnwedel (z. B. Asplenites Roesserti Schenk) und desEquisetum Lehmannianum Göpp. In England hingegen und zwar in York -shire und Schottland tritt im mittleren braunen Jura eine vollständige kleineKohienformation von Sandsteinen mit vielen Pflanzenresten, Schiefertlionenund einigen Kohlenflötzen auf. Hier muß sich also während der Dogger-zeit ein flaches sumpfiges Festland ausgedehnt haben, auf welchem Farne,Equiseten und Cvcadeen wucherten, deren Reste uns erhalten blieben.Dieselben gehören der Mehrzahl nach den Geschlechtern Neuropteris,Sphenopteris, Ilymenophyllites, Taeniopteris und Pecopteris, sowie Zamites,Otozamites, Podozamites, Ctenis, Pterophyllum und einigen anderen Cyca-deen an, deren Mannigfaltigkeit sich im Vergleiche mit früheren Periodenaußerordentlich gesteigert hat. Die bis jetzt bekannte Flora des englischenDoggers besteht aus 37 Farnen, 3 Equiseten, 21 Cvcadeen, 12 Coniferen