8. Jura.
611
Die ältesten Skeletteile eines Vogels wurden, wie bemerkt, ebenfallsin den lithographischen Schiefern von Solenhofen gefunden; sie gehörennur drei Individuen an, ein Beweis für die noch immer außerordentlich ge-ringe Verbreitung des Vogel-tvpus auf der jurassischenErde, während wir heuteüber 6000 Spezies eierlegen-der Warmblüter kennen. Dersolenhofener Juravogel, Ar-chaeopteryx macrurusOw. unterscheidet sich am auf-fallendsten von allen jetzt le-benden Vögeln durch den Bauseines Schwanzes und Beckensund durch seine bezahntenKiefer, durch welche er sichden langschwänzigen, fliegen-den Sauriern anschließt. DerSchwanz besteht nämlich nichtwie bei unseren Vögeln aussieben Wirbeln, deren letztereine zungenförmige, aufgerich-tete Platte bildet, an welcherdie Schwanzfedern angesetztsind, sondern aus 20 freistehenden Wirbeln, in derenSeiten jedesmal eine, im Gan-zen also 40 Federn eingesenktsind. Archaeopteryx repräsen-tiert eine Zwischenform zwi-schen den Reptilien und den knochen. cEllo. d Speiche. e Oberarm des anderen Flügels.
- . /Beckenknochen, g Schulterknochen. h Oberschenkel. »’Un-
Odontomithen Nordamerikas. terschenkel. k Fuß. I Schwanzwirbel, m Federn des
.. . Schwanzes.
Überreste, und zwar na-
mentlieh Unterkiefer von Säugetieren sind bis jetzt nur aus einer wenigeZoll mächtigen Lage des obersten weißen Jura von England bekannt ge-worden. Sie gehören 8 oder 9 Gattungen und etwa 14 Spezies, sowohlfleisch- und insekten-, wie pflanzenfressenden kleinen Beuteltieren an.
Allgemeine Gliederung des oberen Jura. Der obere Jura zerfällt indrei Unterabteilungen: den Oxford , Kimmeridge und Purbeck; von man-chen Geologen wird der Kelloway, also die Makrocephalen- und Ornaten-Zone, welcher in dieser Zusammenstellung als oberster Dogger betrachtetwurde, zum weißen Jura gezogen.
Fig. 36$. Arch
opteryx macrurus Ow
a Knoohfin dfis ftinftn FliiffAls. zusamTnftnf*AlA£rt,. h Gahfil-
39 *