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Elemente der Geologie / Hermann Credner
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689
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10. Tertiär.

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2) Zone der Knollensteine oder des Braunkohlensand-steines. In einer y 3 bis2m mächtigen, thonig-sandigen Schicht liegenpfund- bis zentnerschwere wulstige, oft sehr bizarr geformte Knollensteinevon dichtem oder fein krystallinischem Quarzit. Bei Teuchern kommt inhierhergehörigen Sandsteinen Limulus Decheni Zincken*) vor.

3) Unteres Braunkohlenflötz, durchschnittlich 2 bis 3, jedochauch bis 6 m mächtig. Durch zwischengelagerte sandige Mittel kann sichdieses Flötz in eine untere Flötzgruppe spalten.

4) Stubensand, ein reiner Quarzsand, zum größten Teil bestehendaus lauter Quarzkrvställchen. Durch Imprägnation mit Eisenoxydhydrat,kohlensaurem Kalk und Kieselsäure werden die sonst losen Sande zuweilenin Sandsteine verkittet. Im Mittel 10 bis 12, jedoch z. B. in der DölauerHaide bei Halle bis über 30 m mächtig. Stellenweise mit Lettenlagen.

5) Oberes Braunkohlenflötz, durchschnittlich 1,5 bis 3, jedochauch bis 5 m mächtig; meist erdige, schwarzbraune Formkohle.

Auch im nordwestlichen Teile des Königreichs Sachsen beginnt dieBraunkohlenformation mit 1) Quarzkiesen und Sauden (lokal mit Alunit-kugeln), sowie lichten Thonen, reich an Kn ollen steinen. Darüber folgen2) durch Thone und Sande getrennte Braunkohlenflötze, deren unteres mehrals 10 m Mächtigkeit erreicht.

Auf diese Glieder der Halle schen und Leipziger Braunkohlenformationfolgen jüngere und zwar marine Oligoeänbildungen, welche weiter untengenannt werden sollen.

Das Tiefland Nordostdeutschlands und die mit ihm zusammenhängen-den beiden südlichen Buchten müssen während der oligocänen Periode zeit-weilig von ausgedehnten Sümpfen und Mooren, sowie von Wasserlachenbedeckt gewesen sein, auf welchen und um w T elöhe herum eine üppige sub-tropische Flora wucherte. Durch allmähliche Trockenlegung dieser Lachenund fortschreitende Ausfüllung derselben von seiten der abgestorbenenReste der an Ort und Stelle wachsenden Sumpf- und Moorvegetation, so-w 7 ie ausgedehnter Waldungen und Dickichte wurde das Material der Braun-kohlenflötze Norddeutschlands geliefert. Von Sand- und Thonschichten be-deckt, wurden sie vor dem Wegl'aulen bewahrt und durch den bei Abschlußder Luft eintretenden Vermoderungsprozeß allmählich in Braunkohle ver-wandelt.

Das Material der Braunkohlen ist namentlich von den Hölzern vonConiferen, und zw T ar vorzüglich Cupressineen geliefert worden. So be-steht die Hauptmasse fast aller in der Umgebung des Harzes vorkommendenBraunkohlenflötze aus Stämmen von Taxites Ayckii und Taxoxylon Göpperti,derer Schlesiens aus Cupressinoxylum ponderosum, protolarix und lepto-

*) Zeitschr. f. d. ges. Naturw. 1862. Bd. XIX. S. 329, u. 1863. Bd. XXI. S. 64.

Credner, Elemente d. Geologie. 5 . Aufl. 44