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Elemente der Geologie / Hermann Credner
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10. Tertiär.

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vorzüglich Käfern, von subtropischen und zwar namentlich südeuropäischenTypen repräsentiert.*) Unter den Wirbeltierresten haben neben denen sehrzahlreicher Leuciscus-Arten die eines Riesensalamanders, Andrias Scheuch-zeri, besondere Aufmerksamkeit auf siehgezogen, welche Scheuchzer fürversteinerte Skeletteile von Menschen (homo diluvii testis) hielt.

Überraschend ist die Mächtigkeit der tertiären Sedimente in derdirekten Nachbarschaft der Alpen im Vergleiche mit der damit zusammen-hängender Schichtenkomplexe an weiter entfernten Aufschlußpunkten. Esberuht dies darauf, dass die fjordreiche zerrissene Küste der alpinen InselStrandbildungen außerordentlich begünstigte und die steilen Abhänge desInselgebirges der tertiären Meeresküste gewaltige Mengen von Gesteins-material zur weiteren Zerkleinerung zuführten.

Während mit diesen Ablagerungen die Tertiärbildungen der Schweiz und der nächst angrenzenden Landstriche abschließen, machen in der Hoch-ebene der Donau Sande mit Knochen von Dinotherium, Mastodon, Rhino-ceros und anderen Säugetieren den Schluß der Tertiärformation.

Der Crag Englands.

Das jüngste Tertiär Englands besteht vorwaltend aus Sanden undMergeln, welche reich an Schalen von Mollusken sind und als Crag be-zeichnet werden. Man unterscheidet von unten nach oben steigend:

1) White or Coralline Crag, IOm mächtig, bestehend aus kalkigenMergeln voll Molluskenschalen und ßryozoenstöcken. Von ersteren sind 316Spezies beschrieben, von denen 34 Prozent noch leben, von Rryozoönkennt man 140 Arten. Heißen Klimaten angehörige Formen fehlen.

2) Red Crag, etwa 8m mächtige, eisenschüssige Quarzsande mit 256Molluskenspezies, von welchen 92 Prozent noch leben.

3) Norwich or Fluviomarine or Mammaliferous Crag, etwa7 m mächtige Sande, Lehme und Kiese mit einer gemischten Meeres-, Land-und Süßwassermolluskenfauna, sowie mit Knochen von Fischen und Säuge-tieren (Mastodon, Elephas, Hippopotamus), also augenscheinlich abgelagertin einer See nahe der Mündung eines Stromes. Die Landschnecken gehörenalle Arten an, die heute noch leben; von den 139 Spezies mariner Molluskensind etwa 7 Prozent ausgestorben, der Rest enthält ziemlich viele heute inden arktischen Meeren lebende Formen, z. ß. Rhynchonella psittacea,Scalaria Groenlandica, Astarte borealis, Panopaea Norwegica u. a.

4) Chillesford beds, etwa 7m mächtige Sande undThone mit einerMolluskenfauna, von welcher zwei Drittel jetzt Rewohner höherer, alsokälterer Rreiten sind.

*) Osw. Heer. Die Insektenfauna der Tertiärgebilde vonÖningen u. Radoboj. 1862.Credner, Elemente d. Geologie. 5. Aufl. 45