Buch 
Elemente der Geologie / Hermann Credner
Entstehung
Seite
725
JPEG-Download
 

\\. Diluvium.

725

viana) in den Geschiebelehm, in welchem sie demnach die Rolle von Ge-schieben spielen, oft zerstückelt und zuweilen geschrammt sind.

Glaziale Rückzugsgebilde. Beim Abschmelzen des Inlandeises gelang-ten auf der Grundmoräne oder an deren Stelle geschiebeführende nor-dische Sande und Grande, Gerolle, Blockanhäufungen und Moränenschuttals letzte Gebilde der skandinavischen Vergletscherung zum Absätze. Vonihnen besitzt die allgemeinste Verbreitung der Geschiebedecksand(Geschiebesand, Decksand, Rullstenssand). Es ist dies ein schüttiger Sandund Grand mit größeren und kleineren Geschieben durchaus nordischerHerkunft, z. T. von pyramidaler Gestalt (Dreikanter). Derselbe bildetausgedehnte Decken auf den Hochflächen von Schonen, Dänemark , Schles­ wig-Holstein , Mecklenburg , Pommern und den benachbarten StrichenNorddeutschlands sowie des uralisch-baltischen Höhenzuges. Nicht immerals gleichmäßige Decke entwickelt, formt er oft langgestreckte Züge vonmaulwurfshaufenähnlichen Hügeln, welche mit erratischen Blöcken über-streut und zwischen welchen abflußlose Weiher, Tümpel und Moorflächeneingesenkt sind, so daß typische Moränenlandschaften entstehen(Ostpreußen , Pommern , Mecklenburg , Sachsen ).

Unverkennbare, einem Stillstände des sich zurückziehenden Eisrandesihren Ursprung verdankende End- oder Stirnmoränen repräsentierendie sog. Geschiebezüge des ganzen mecklenburg -pommerisch-preußi-schen, an Seen so reichen Höhenzuges, welche sich zu mehreren hinter-einander, in einem gewaltigen nach N offenen Bogen von Holstein aus überdie Oder bis zur Weichsel erstrecken und aus Streifen von lauter kuppen-oder rückenförmigen Hügeln bestehen, die aus Geschiebesand, mit Blöckenangefülltem Geschiebelehm oder aus einer dichten Steinpackung zusammen-gesetzt sind.

Noch deutlicher gestalten sich die End- und Seitenmoränen immittleren Schweden und in Norwegen , wo sich das schmelzende Inlandeisbereits in eine Anzahl Einzelgletscher aufgelöst hatte, welche den größerenThaleinsenkungen folgten und bei ihrem schließlichen Rückzuge an derenAbhängen Seitenmoränen, sowie die Thäler durchquerende Endmoränenzurückließen. Namentlich in Norwegen (z. B. am Kristiania-Fjord und denzugehörigen Thälern) finden sich vollständige Systeme solcher sich mehr-fach hintereinander wiederholender Endmoränen , welche nicht selten diei Thäler absperren und zur Aufstauung von Seen Veranlassung gegeben

haben.

Zu der Gruppe der der Grundmoräne aufgelagerten Glazialgebilde ge-hören auch die schwedischen Asar. Es sind dies steile, bis zu 50, ja 60m

o

hohe, wallartige Rücken, welche sich meilenweit (das Upsala-As in mehrals 27 geogr. Meilen Länge) vom Meeresspiegel oder von der allgemeinenGeschiebesanddecke Nordschonens aus ununterbrochen bis in das mittlere