11. Diluvium.
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deutend größer, als das Rhinoceros, und übertraf an Masse jedenfalls mehrals hundertfach irgend einen der lebenden Vertreter der Edentata; seinOberschenkelknochen war etwa dreimal so dick, wie der eines Elefantenund zwar nur doppelt so lang als dick; seine Füße hatten die Länge einerElle und waren mit gewaltigen Krallen bewaffnet, der zur Stütze dienendeSchwanz hat eine kolossale Ausbildung erfahren. Aller Wahrscheinlichkeitnach richtete das Riesenfaultier seinen Vorderkörper, indem es sich aufSchwanz und Hinterfüße stützte, in die Höhe und riß mit seinen Vorder-füßen Zweige zu seiner Nahrung herunter. Das Glyptodon (Fig. 495)-war
Fig. 495. Glyptodon clavipes Osw.
ein riesiges Gürteltier. Es besaß, von der Schwanzspitze bis zum Kopfegemessen, 3m, sein schildkrötenähnlicher Panzer gegen 2m Länge. Es be-wohnten also schon zur Diluvialzeit Faultiere und Armadille denselbenKontinent, dessen lebende Säugetierwelt durch Faultiere, Gürteltiere undAmeisenfresser ihren so spezifischen Charakter erhält. Haben wir nun be-reits oben gesehen, daß einige Faultiere aus ihrer südlichen Heimat nachNordamerika auswanderten, um jedoch dort bald auszusterben, so stammenumgekehrt die diluvialen Mastodonten, Pferde und Tapire der Pampas ausdem Norden.
In Australien waren die dasselbe in der posttertiären Zeit bewoh-nenden Säugetiere, gerade wie sie es jetzt sind, ausschließlich Beutel-tiere, nur sind ihre heutigen Vertreter Zwerge im Vergleiche mit ihrenVorfahren. So war das Diprotodon so groß, wie ein Hippopotamus, seinSchädel allein besaß eine Länge von einem Meter, mit seinen gewaltigenSchneidezähnen konnte es selbst große Bäume zu Falle bringen.
In Neu-Seeland endlich hausten 3 bis 4m hohe straußähnlicheRiesenvögel, die Moas (Dinornis u. a.), während Säugetiere ebensowenig,wie jetzt vertreten waren. Überall findet das Gesetz der Succes-sion gleicher Typen Anwendung.