Buch 
Verzeichniss der Fauna und Flora der Molasse im Württembergischen Oberschwaben / von Dr. J. Probst
Entstehung
Seite
258
JPEG-Download
 

258

Sandberger macht in seinem Werke (1. c. S. 563) die all-gemeine Bemerkung:es ist auffallend, dass auf eine an Con-chylien von tropischem Charakter so reiche Meeresbildung, wiesie im Muschelsandstein vorliegt, Brackwasserschichten folgen,deren wenig zahlreiche Binnenconchvlien, die Neritinen ausge-nommen, kaum an lebende Formen der Tropen erinnern, wauch bei den Fischen dieser Abtheilung europäische Formen auf-treten. Nimmt man an, dass das Becken von Kirchberg nicktmehr oder nur beschränkt mit dem Meere Zusammenhang, undalso auch von Strömungen aus heissen Zonen nicht mehr erreichtwurde, so lässt sich die Verarmung der Fauna und ihr veränder-ter Character wohl begreifen.

Zu einem ganz ähnlichen Schluss sieht sich Prof. Süess ver-anlasst, um den Unterschied der sog. sarmatischen Stufe gegenüberder mit der oberschwäbischen gleichzeitigen Meeresmolasse desWiener Beckens zu erklären (cf. Sitzungsberichte etc. Band 51,S. 218). Dessungeachtet entsprechen die Cardien- und Congerien-schichten des Wiener Beckens keineswegs den gleichnamige»Kirchberger Schichten (cf. Sandbekger 1. c. S. 359).

4) Pflanzen der Brackwassermolasse nach den Best»mungen von Heer im Stuttgarter Naturalienkabinet.

(cf. Catalog zur EsERschen Sammlung von D. ReüSS, S. 10. Stutt-garter Museum.)

Der Paludinensand von Kirchberg ist bis jetzt der einzig»Fundort, der eine grössere Zahl fossiler Pflanzen enthält.

Lastraea stiriaca Unger.

Myrica TJngeri Heer.

Dryandra sp.

Liquidmnbar sp.

Quercus Drymeia Unser.

mediterranen Unger.

myrtilloides Unger.

Salix angusta A. Br.

Cinnamomum polymorphum Heek .

Rhamnus Gaudini Heer.

Juglans acuminata A. Br.