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Beiträge zur Kenntniss der fossilen Fische aus der Molasse von Baltringen : klein- und grosszahnige Rochen / von Pfarrer Probst
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Verwandte Zahnformen finden sich auch hei dem Geschlecht»Mustelus. Diese Haye haben, stark abweichend von den meistenandern, ebenfalls Körnerzähne, die den kleinzahnigen Kochenähneln (cf. die vergrösserte Abbildung bei Müller & HenletSystemat. Beschreibung der Plagiostomen). Wir konnten Natur-exemplare aus der Stuttgarter öffentlichen Sammlung vergleichen.Diese Zähne sind jedoch zu flach, so dass nur eine entferntereAehnlichkeit vorhanden ist.

Vergleicht man aber das Gebiss der sehr mannigfaltigenkleinzahnigen Kochen, z. B. der Maja rostrata des Mittelmeersund anderer, so kann über die typische TJebereinstimmung kei-nerlei Zweifel obwalten. Diese Deutung der fossilen Zähne wirdnoch dadurch unterstützt, dass zahlreiche und mannigfaltigeHautplatten und Flossenstacheln in dem gleichen Lager mit denZähnen zusammen Vorkommen, wodurch sogar ein gewisser Beich-thum dieser Molasse an fossilen kleinzahnigen Kochen ausge-sprochen wird. Ueberdiess fanden sich auch die Zähne aus derSäge des Sägfisches vor, welche mit denen des lebenden Pristisantiquorum sehr gut übereinstimmen, und zugleich Körnerzähne,die von denen im Maul des lebenden Fisches kaum abweicheu.

Alle diese Gründe zusammengenommen, wird es keinem All-stand unterliegen können, die in der Molasse VorgefundenenKörner-Zähnclien zu einer Gruppe der kleinzahnigen Kochenzusammenzufassen. Als zweite Gruppe ergeben sich die gross-zahnigen Rochen.

Der Systematiker, der sich mit lebenden Thieren befasst,wird mit Recht vorziehen, sich auf andere Unterscheidungsmerk-male zu stützen. Allein die Paläontologie kann der systematischenEintheilung der lebenden Thiere, die sich vorzüglich auf weicheKörpertheile bezieht, unmöglich folgen; sie ist einzig auf j eneSkelettheile angewiesen, die sich fossil erhalten konnten.

Die Körnerzähne der kleinzahnigen Kochen zeigen eine ganzauffallende Polymorphie; nicht blos die Alters-, sondern auchdie sexuellen Unterschiede sind von auffallenden Abänderungenim Gebiss begleitet. Junge Thiere und weibliche Fische habenvielfach stumpfe Zähne; männliche und alte aber spitze oder