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Beitrag zur Topographie der Gletscher-Landschaft im württembergischen Oberschwaben / von Pfarrer Probst
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und Ehrensberg. Wenigstens ist dort die Scheidewand noch sowenig tief eingerissen, dass man sie kaum ein trennendes Thalnennen kann, sondern nur den Anfang, den Ursprung des Thals.Der hervorspringende Rand bei Ehrensberg-Humberg bildete, wiefür die Gablung des Gletschers, so auch für die Durchfurchungeinen wichtigen Punkt. Auf diesem Hochrücken stossen die An-fänge von 3 Durchbruelisthälern zusammen. 1., das Thal, dasgegen Nord sich wendet, in seinem obern Theile Trockenthal,weiter unten erst von der Riss bewässert; 2., gegen Nordost,die Haiden und das Ried von Wurzach , das jedoch in dieserRichtung nicht sich fortsetzt, sondern bei Dietmanns abgeschlossenist, und von dessen Mitte aus die Wurzacher Aach nach Südostzurückgellt, und 3., die Verbindung mit dem letztgenannten Thalauf dem kürzesten Wege über die Tobelmühle nach Ost.

Sobald nun die Durchfurchung der Gletscherlandscbaft undder Durchbruch durch die Tertiärlandschaft erfolgt war, und dieWasser ihren geregelten raschen Ablauf in entferntere Gegendengefunden hatten, so konnte in der centralen Gletscherlandschafteine Hoclilaudlehmbildung in so grossem Massstab wie in deräussern Gletscherlandschaft nicht mehr stattfiuden. Die ab-schmelzenden Wasser hatten freie Bahn, wandten sich den Haupt-strömen zu, und diese führten in raschem Lauf den feinen Schlammfort, so dass dieser, in grosse Entfernungen entführt, die soge-nannte Lössbildung in den weit entfernten Stromniederungen desRheins und der Donau bewirkte. Die Bedingungen zu massen-hafter Ablagerung von Hoelilandlehm an Ort und Stelle fehlten,und war die Folge, dass die innere Gletscherlandschaft ein anderesAussehen gewinnen musste, als die äussere bei ganz andern Ver-hältnissen gewonnen hatte. Das Auftreten von Lehm und Nagelflunöthigt somit nicht zu einer vollständigen Abtrennung von zweiEiszeiten in unserer Gegend, sondern berechtigt nur zur Annahmeeiner gut distinguirten Phase in der Entwicklung der Glet-scherformation. *

Professor Desor ist ebenfalls geneigt, nur eine Eiszeit anzu-nehmen. ^ (cf. Gebirgsbau der Alpen S. 114.) Seine Beobachtungen be-ziehen sich jedoch auf andere Localitäten.