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Geschichte des zürcherischen Schulwesens bis gegen das Ende des sechzehnten Jahrhunderts / von Dr. Ulrich Ernst
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kriege gemacht wurde und jedenfalls einen grossen Theilder Schuld an dem unglücklichen Ausgang des Feld-zuges trug.

Die nächsten Freunde Zwinglis glaubten nach derRückkehr des Heeres, einige Tage lang nicht einmalmehr ihres Lehens sicher zu sein. Mykonius warSchmähungen und rohen Angriffen ausgesetzt, wenn erüber die Gasse in die Schule ging. 1 Er fand seine Stel-lung so untergraben, dass er noch im gleichen Jahr, nurzwei Monate nach dem Unglückstag bei Kappel , vonZürich wegzog, um in Basel die Prädikatur am St. Albananzutreten. Leo Judä , der natürlichste Nachfolger Zwinglis,w agte nicht, in die Fussstapfen seines Meisters zu treten;ein junger, talentvoller Prediger und, was in der gegen-wärtigen Spannung nicht zu übersehen war, kein Partei-gänger wurde in Heinrich Bullinger von Bremgarten an den wichtigen Posten Zwinglis berufen. Um ihrenRückzug zu decken, streute die Zwinglische Partei aus,ihr Meister hätte sich selbst diesen Nachfolger bestimmt.

Heinrich Bullinger, 1504 in Bremgarten geboren,hatte in Emmerich im Klevischen bei der Brüderschaftdes gemeinsamen Lebens und später drei Jahre auf derHochschule in Köln studirt. Yon 1523 29 war erSchulmeister an der neu errichteten Klosterschule inKappel gewesen, 1529 31 Pfarrer in seiner Heimat-gemeinde Bremgarten an Stelle seines von seiner Ge-meinde entsetzten Yaters, des Dekans Bullinger . InZürich war er neben seinem Amte als Pfarrer am Gross-münster zugleich Schulherr von 153237 und bis zuseinem Tode Antistes (Vorsteher) der zürcherischen Geist-lichkeit. 2

Die von Zürich getroffene Wahl war eine überausglückliche. Der milde Charakter Bullingers wusste dieschroffen Gegensätze der Parteien binnen wenigen Jahren

1 Mörikofer, II. 452.

2 Bullinger ist auch als Geschichtschreiber wichtig durch seineChronikVon den Tigurinern und der Stadt Zürich Sachen, eineder zuverlässigsten Quellen für die zürcherische Reformationsge-schichte. Ebenso ist die hochherzige Unterstützung von flüchtigenReformirten aus England und Italien wesentlich sein "Werk und dasschönste Zeugniss für seine edle Gesinnung. Yergl. Pestalozzi:II. Bullinger .