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schiedenem Alter eingetreten, mussten ihre Unterschiedehier noch grösser werden. Da gab es Studenten vom16.— 26. und 28. Jahr. Wer einigermassen befähigt oderwolhabend war, ging noch 2—3 Jahre auf auswärtigeUniversitäten. Am besuchtesten waren Basel, Strassburg ,Heidelberg, Marburg, Wittenberg, Paris, Mailand undPadua . Das that man nicht nur wegen der theoretischenAusbildung, sondern auch wegen des Gewinnes an Le-benserfahrung, „*<t aliarium ecclesiarum et scholarum rituset mores cognoscant .“ 1 Nach der Rückkehr mussten dieStudenten durch ein Examen sich über die gewonnenenKenntnisse ausweisen. „Sie müssen brief und sigel brin-gen, wo sy gsin, wie sy sich verhalten, und was sy ge-lernet haben. Darzu soll man sy examiniren, verliörrenund Rechnung von innen nämmen.“ * 2 Gewöhnlich be-suchten sie dann wieder die Lektionen, bis sie sich starkgenug fühlten, das examen theologicum zu bestehen. Dieses„Staatsexamen“ wurde von den Professoren im Beiseinaller Kirchendiener und zweier Yerordneten des Ratesabgenommen. Es bezog sich auf die alten Sprachen unddie Dialektik (linguw et artes dicendi), auf die kanoni-schen Bücher, die Grundsätze des christlichen Glaubensund die Widerlegung der Scheingründe, wie sie von denGegnern der Reformation vorgebracht wurden, und end-lich auf eine Probepredigt über einen ein paar Tagevorher aufgegebenen Text. 3
Die also Geprüften wurden dann zum Lehr- undPredigeramt zugelassen und waren nun Expektanten.Konnten sie weder im Schul- noch im Kirchendienst so-gleich verwendet werden, was häufig begegnete, so blie-ben sie auch jetzt noch im Lektorium, wenn auch seltenfür lange Zeit.
Der Rat wünschte, dass auch die 3 Diakonen amGrossmünster, Fraumünster und St. Peter eifrig die lec-tiones theologicas besuchen möchten, damit man keinefremden Leute mehr „beschicken“ müsse. 4