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uns verloren gegangenen Schriften ihrer Vorgänger zu wenigbenutzt, wenn es auf metallurgische Mittheilungen ankam.Galen und Dioscorides reden fast nur von den Zuberei-tungen der Arzeneimittel aus den Metallen, und der Schrift-steller, dessen eigentliche Pflicht es gewesen wäre, die von sei-nen Vorgängern erhaltenen Nachrichten zu sammeln und we-nigstens unverfälscht mitzutheilen, hat sich mehr in schönenRedensarten gefallen, als daß es ihm um die Wahrheit undZuverläßigkeit seiner Mittheilungen zu thun gewesen wäre.Leider ist aber Plinius die Hauptquelle, aus welcher wir,in Ermangelung besserer, zu schöpfen gezwungen sind.
Was uns von der Metallurgie der Alten bekannt gewor-den ist, bezieht sich, wie aus dem Angeführten hervorgeht, aufeinen Zeitraum von mehreren tausend Jahren. Um die Ueber-sicht, bei einem ohnedies dunklen Gegenstände, nicht noch mehrzu erschweren, sollen die auf uns gekommenen Nachrichten vonjedem Metalle besonders vorgetragen werden.
1. Gold.
Die ältesten Nachrichten über die Behandlung der Gold-erze besitzen wir durch Agatharchides (äo mari rubro V.11.) welcher das in Egypten übliche Verfahren beschreibt.Seine Beschreibung der Grubenarbeiten, des Aufbereitungs-Verfahrens und des Schmelzprozesses, beziehen sich freilich aufdenjenigen Zustand der egyptischen Goldbergwerke, in welchemAgatharchides sie selbst gesehen hat, und daher würdensie uns keinen Begriff von dem früheren und uralten Verfah-ren geben können, denn Agatharchides besuchte die egypti-schcn Goldgruben nicht viel früher als 200 Jahr v. C. G.,und um diese Zeit hatte der wichtige Goldbergbau auf dengriechischen Inseln sogar schon wieder aufgehört; so daß wirdurch die Mittheilungen des Agatharchides doch immer inZweifel bleiben würden, ob das uralte Verfahren der Egypterwelches auch das der Jnselgricchen gewesen seyn wird, nicht
Karsten Metallurgie i. Lhl- 3