Band 
Dritter Band.
Seite
285
JPEG-Download
 

285

wählt werden müssen. Solche Eintheilungen sind indeß ohner Nutzen und mit Strenge gar nicht durchzuführen, indem z. B.

8 reducirende und niederschlagende, oder separirende und reduci-

rende Schmelzoperationen häufig gleichzeitig ausgeübt werden,so daß der Schmelzprozeß mit demselben Recht mit diesemoder mit jenem Namen belegt werden würde.

Dagegen wird es wesentlich auf die Einrichtung der Le-sen ankommen, deren man sich zu den verschiedenen Schmelz.Prozessen bedient. Es ist einleuchtend, daß man bei reduci-renden Schmelzungen auf ganz andere Weise verfahren muß,als bei oxydirenden, indem bei den ersteren die Gegenwart derKohle, bei den letzteren die Abwesenheit derselben, eine Be-dingung zum Gelingen des Prozesses ist. Nächst der für jedeOperation zu wählenden zweckmäßigen Einrichtung der Oefen,ist es nothwendig, die Wahl und Wirkung der Zuschläge, sos wie das Verfahren zu kennen, welchem die mit den Zuschlä-gen gemengten Erze in den verschiedenen Oefen unterworfenwerden müssen. Das Metall läßt sich nicht immer gleich beider ersten Operation darstellen, sondern es wird zuweilen beidem ersten Prozeß nur in Verbindung mit Schwefel, oder inVereinigung mit einem anderen Metall, gewonnen, und essind mehrere Arbeiten erforderlich, um es rein und von ande-ren Körpern abgesondert zu erhalten. Es entstehen fernerSchmelzprodukte, die noch einen Theil des Metalles enthaltenund welche daher wieder zur Benutzung kommen müssen(Halbprodukte, Zwischenprodukte, Abgänge); oder es wird einTheil des Erzes oder des Metalles durch den Luftstrom fort-geführt (Fluggestübbe) und muß zur weiteren Benutzung auf-^ gesammelt werden.

! Ein ganz besonderer Theil der Metallurgie ist die Amal-

gamation der Gold- und Silbererze. Ehe dieselbe in Europa die Wichtigkeit erlangt hatte, welche ihr gebührt, und welchesie sich hoffentlich in einer noch größeren Ausdehnung immer