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Man bedient sich des Kalksteins nicht, um Schwefelmetalle(Rohstein, Lech ) mit demselben zu verschmelzen, obgleich erdieselben in der Schmelzhitze zersetzen würde, sondern um dieden Metalloxyden oder den Schwefelmetallen beigemischten undbeigemengten Erden, leichter zu verschlacken. Ganz ohne Ein-fluß bleibt der Kalkstein indeß nicht auf die Schwefelmetalle,wenn das darzustellende Metall in dem Erz mit Schwefelverbunden ist. Mein diese Wirkung des Kalksteins auf dasSchwefelmetall, wird durch die erdigen Bestand- und Ge-mengtheile des Erzes so sehr geschwächt, daß der Kalkstein nurwenig Schwefel abscheiden und in die Schlacke führen kann.Das Schwefelcalcium verbindet sich nämlich mit den Silika-ten der Erden und Alkalien und macht daher, wenn es sichbildet, einen Bestandtheil der Schlacken aus. Ganz von er-digen Beimengungen befreite Schwefelmetalle, welche das Pro-dukt einer vorhergegangenen Schmelzarbeit (des Erzschmelzens,gewöhnlich Nohschmelzen genannt) sind, zerlegt man deshalbnicht durch Schmelzen mit Kalkstein, weil man den Schwefelauf einem einfacheren Wege durch die Röstarbeit, wenigstenszum größten Theil, entfernt, und weil die Abscheidung desMetalles von dem Schwefel, durch Schmelzen mit Kalkstein,eine sehr hohe Temperatur erfordert, wobei ein starker Ver-brauch an Brennmaterial statt finden würde. Außerdem wür-den einige Schwefelmetalle durch den Kalkstein nur sehr un-vollkommen zerlegt werden. Um der Beschickung eine größereLeichtflüssigkeit zu ertheilen, würde nur ein Zuschlag von kie-seligen Substanzen angewendet werden können, wodurch aberdie Einwirkung des Kalksteins auf das Schwefelmetall wiedervernichtet, oder bedeutend geschwächt werden würde. Es kom-men indeß Falle vor, wo der Kalkstein wirklich als ein Zerfe-tzungsmittel des Schwefelmetalles gebraucht wird, -— Manwendet den Kalkstein immer im rohen und nicht im gebrann-ten Zustande an, indem man die Hitze in den Oesen zugleich