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Die Natur der Verbindungen, welche die Oxyde der Er-den und der Metalle in höheren Temperaturen mit einandereingehen, ist erst in neueren Zeiten genauer erforscht worden.Wir wissen jetzt, daß diese Verbindungen sehr verschiedenerGrade der Temperatur zu ihrer Bildung bedürfen, und daßeinige Oxyde eine so geringe Verbindungsfähigkeit zu einanderzeigen, daß es in den höchsten Graden der Temperatur, diesich in unseren Oefen erzeugen läßt, nicht möglich ist, sie miteinander zu einer homogenen Masse zu vereinigen. Eine solcheGleichartigkeit der Passe kann erst entstehen, wenn die Oxydewirklich schmelzen. Dergleichen geschmolzene Verbindungennennt man Gläser, oder Schlacken, obgleich der eigentliche glas-artige Zustand für solche Verbindungen nicht immer nothwen-dig ist. Auch die einfachen Oxyde der Erdenmetalle, oder dieso genannten Erden, schmelzen in höheren Graden der Tempe-ratur, die jedoch in den Schmelzöfen nicht hervorgebracht wer-den kann. Eben so geben verschiedene Gemenge von Erdennur zusammengebackene Massen, lassen sich aber erst in solchenHitzgraden, die in den Oefen gar nicht zu erzeugen sind, inFluß bringen. Andere Oxyde treten dagegen schon in niedri-gen Temperaturen mit einander in Verbindung und bildenmehr oder weniger leichtflüssige Gemische. Die mehrsten Me-talloxyde sind viel leichtflüssiger als die Erden, weshalb sieauch vorzüglich dazu geeignet sind, die Schmelzung oder dieVerschickung der Erden zu befördern. Diese Neigung derMetalloxyde sich mit den Erden zu verbinden, ist es aber,welche der Reduction des Oxyds durch die Kohle entgegenwirkt. Man muß daher eine andere Erde, oder ein anderesMetalloxyd anwenden, um die vollständige Reduction des ingeringeren Temperaturgraden reducirbaren Metalloxyds zu be-werkstelligen. Es geht daraus hervor, daß diese Reduction inhöheren Graden der Temperatur immer vollständiger als inniedrigeren Graden erfolgen, d. h. daß in stärkerer Hitze im-