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cinerinnen trat und »nach wenigen Jahren desKlosterlebens, von Scrupeln gepeinigt, irre wurde,ohne jemals den Gebrauch ihrer verirrten Vernunftwiederzuerhalten.« Ferner Leopardi , der auf seinganzes Erbthcil verzichtete und Tertiarikr wurde,Paolo, der in früher Jugend in Folge von über-mässigen Scrupeln irre wurde, ohne wieder zu Ver-stände zu kommen, und in beständigem Schweigenlebte, »ohne jemals anders als mit Ja oder Nein aufFragen zu antworten«; schliesslich Carlo Orazio (1714—1/99), der an einer Art von Grübelsucht litt.Monaldo schreibt von ihm: »Carlo Orazio fühlte seinLeben lang die Pein subtiler Scrupel, die es ihm zurwahren Qual machten. Er war beständig damit be-schäftigt, jede Gelegenheit zu Aergernissen zu ver-meiden, so dass er, wenn er auf der Strasse einenStein sah, ihn aufhob, damit nicht einer, der sichdaran stiess, zu fluchen anfinge und Gott beleidige;wenn es ihm Nachts einfiel, dass er einen Steinliegen gelassen hatte, stand er auf und ging mit derLaterne draussen umher, bis er ihn gefunden undbeseitigt hatte«. Er war ein tüchtiger Architect.Sein Onkel Francesco (1686--1758), Bruder vonGiacomo, hatte sich in seiner Jugend anfangs recht welt-lich verhalten, wandte sich aber später mit grösstemEifer der Religion zu; zum Priester geweiht, geisselteer sich bis aufs Blut, zog barfuss in Processionenmit, Ketten an den Beinen und ein schweres Kreuzauf der Schulter, lief aus frommer Askese meilenweitim Winter durch den Schnee, belud sich bei diesenWegen mit Lasten und wurde einmal unter einemBalken keuchend gefunden; er ass 1 lundefutter,striegelte und putzte die Pferde, lebte in der unbe-haglichsten Kammer seines Schlosses, die auf einenübelduftenden Gang mündete; er kniete stundenlang,wurde oft bewusstlos auf dem Boden gefunden undschlief bei den Hunden; manchmal rief er die Diener