Buch 
Entartung und Genie : neue Studien / von Cesare Lombroso ; gesammelt und unter Mitwirkung des Verfassers Deutsch Herausgegeben von Dr. Hans Kurella
Entstehung
Seite
77
JPEG-Download
 

DIE EXTSTEHlXGSHEDIXGUXGEX.

77

als sie einsah, dass die Wissenschaft einen Gegensatzzu Glauben und Moral bildet, hielt sie es für unnütz,die öffentliche Meinung beeinflussen zu wollen; »un-nütze Revolutionen«, sagte sie, »sind schädlich.«

Und doch glaubte sie, wie alle Individuen, denenes an moralischem Sinne fehlt, für ihre Person ent-scheiden zu können, was gut und was schlecht sei.

George Elliot besass einen enorm grossen Kopf,mit männlichem Gesichtsausdruck, dicker Nase, starkenLippen, massigen Kiefern, einem deutlichen Schnurr-bart und einem langen pferdeähnlichen Gesicht;auch bei ihr fehlt es nicht an Neurosen; solitt sie an ganz grundlosen nächtlichen Angstanfällen.Wenige Monate nach dem Tode von Lewes , den siezärtlich geliebt hatte, verheirathete sie sich, 60 jährig,mit einem ganz jungen Menschen! *)

G. Sand hatte eine tiefe Bassstimme und trug mitVorliebe Männerkleider. Die Stael hatte ein männ-liches Gesicht, ein Merkmal, das ich bei fast allengenialen Frauen Amerikas und Englands gefundenhabe. Wenigstens besitzen Alle Kiefer, deren Massig-keit gewöhnlich noch grösser ist, als bei denen derMänner. Bei einigen, wie bei der Düse und Sarah Bernhardt , fand Fabrizi säbelförmige Unterkiefer.Ferner besitzen fast alle männliche Handschrift undleiden an neuropathischen Anomalien.

Ein typisches Bild des Seelenzustandes einer solchenFrau giebt das Tagebuch der Bashkirtseff (Journal deAfad. Bashkirtseff, l8gi), die eine höchst genialeMalerin von grosser Originalität war.

In diesem Tagebuch sagt sie zu wiederholtenMalen: »Ich habe nur das Aeussere vom Weibe, unddas ist verteufelt weiblich; alles übrige ist verteufeltmännlich«.

') A. Barine. Porlraits de femmes. 1887.