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Entartung und Genie : neue Studien / von Cesare Lombroso ; gesammelt und unter Mitwirkung des Verfassers Deutsch Herausgegeben von Dr. Hans Kurella
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279
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ZUR THEORIE DER GENIALITÄT. 2 /9

vetius und Marzoi.o liebten Katzen, Erichsen Hunde,Sterne die Esel.

Ich erinnere ferner an den Mattoiden, der so vielvon den Attributen der Genialität hat, ohne ihreSubstanz, und an die genial angehauchten, in ge-sunden Tagen völlig alltäglichen Irren, bei denendie Substanz der Genialität der Reizzustand derHirnrinde sich ohne ihre Attribute findet. Ist esda ein Wunder, dass beides, Form und Wesen, sichbei einer dritten Gruppe, der der Genies, findet?

2 . DIE EIILEITOIDE NATUR DER GENIALITÄT.

Für die Analyse der Erscheinungen, die manunter dem Begriff der Genialität subsumirt, sinddie modernen Theorien über die Natur der Epilepsievon grosser Bedeutung; sowohl die klinischen, wiedie experimentellen Forschungen zeigen uns heutedas Wesen der Epilepsie in einem Reizzustande be-stimmter Bezirke der Hirnrinde, in bald motorischen,bald sensorischen, bald psychischen Störungen,bald in blossen Schwindelanfällen sich äussernderEntladungen, die stets intermittirend auftreten, undimmer eine degenerative Grundlage haben, die auferbliche Veranlagung oder auf Entartung nach Al-coholismus, traumatischen Einflüssen u. dgl. zurück-zuführen ist. Dadurch wird uns eine neue Auffassungnahe gelegt: dass die Genialität zu den Degenerations-formen gehört, und zwar zu der Species der epilep-toiden Degeneration. Das zeigt die häufige Ab-stammung von Alcoholisten, von Geisteskranken, vonbejahrten Eltern, und ihr Erscheinen nach Kopf-verletzungen. Die geringere Zahl genialer Frauenist ein Analogon der Seltenheit der Degeneration,besonders der psychischen Epilepsie, beim weiblichenGeschlecht. Für die degenerative Natur des Genies