ZUR THEORIE OER GEXIALITÄT.
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finden, wie in der classischsten Weise die Stamm-bäume der römischen Caesaren und der spanischen Habsburger zeigen.
Diejenigen, welche, unbekannt mit dem modernenweiten Begriff der Epilepsie, diese meine Theorie an-zweifeln und wunderlich finden, erinnere ich daran,wie viele Genies ersten Ranges an epileptischen Krampf-oder Vertigoanfällen oder an der specifischen krank-haften Zornmüthigkeit gelitten haben, die für Epilepsieabsolut charakteristisch ist; an eigentlicher Epilepsiehaben nicht weniger gelitten als folgende: Julius Cäsar ,St. Paul, Mohamf.d, Petrarca, Carl V., Richelieu ,Moliere , Händel, Swift, Peter der Grosse , Napoleon ,Müsset, Plaudert, Dostojewskij und Guerrazzi. AnSchwindclanfällen: Marlborough, Herschel, Faraday und Dickens , — die mit Gedächtnissverlust und Läh-mungsanfällen verbunden waren bei Dickens und Fa raday , mit Convulsionen bei Marlborough. Als Bei-spiele pathologischer Zornmüthigkeit nenne ich Peterden Grossen, einen notorischen Wütherich, der seineneignen Sohn totpeitschte, und Napoleon ; dieser giebtdem Senator Volnf.y einen Fusstritt vor den Leib, zer-trümmert inCampoformio sein ganzes Porzellangeschirr,aus Zorn über die Winkelzüge des österreichischenBevollmächtigten, beschimpft in Dresden Metternich,zu einer Zeit, wo er ihn sehr nöthig hatte, wirftRöcke ins Feuer, wenn sie ihm nicht gleich gutsitzen, wiithet gegen seine Secretäre, wenn ihre Fe-dern seinem schnellen Dictiren nicht folgten, wasdiese sich zu Nutzen machten, wenn sie einmal aus-ruhen wollten. Auch Byron war schon als kleinesKind bei den geringsten Anlässen so wiithend, dassman ernstlich fürchtete, er würde vor Wuth ersticken.Hierher gehört ferner die Zerstreutheit des Genies,die sich in den ekstatischen Momenten des Schaffensbis zur Bewusstlosigkeit steigert.
Die Logik der Induction und der Statistik lehrt,