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Reisekosten. — Verkehrsmittel.
Seifenpapier und womöglich ein Handtuch), Messer mit Pfropfen-zieher, Kompaß, Zündhölzchen, Nadel, Zwirn, Knöpfe zum An-nähen, Doppelknöpfe zu den Hemden, etwas Bindfaden und engli-sches Pflaster. Wer leicht Unterleihsbeschwerden (Kolik, Diarrhöe)bekommt, führe irgend ein Magenmittel (Opiumtinktur etc.) bei sich.Ein ordentliches Stück Hirschtalg zum Bestreichen wundgelaufenerStellen nebst alter Leinwand ist als ein im Bedürfnisfall äußerstwohlthatiges Mittel nicht zu vergessen.
Die Reisekosten richten sich selbstverständlich nach den An-sprüchen, welche der Fremde an Unterkunft und Verpflegung stellt.Wer alle Verkehrsmittel benutzt, stets Führer und Träger zur Seitehat, in den ersten Gasthöfen wohnt, ein Forellenfreund ist undnicht die billigsten Weine auf der Karte auswählt, wird täglich20 Mark und mehr brauchen. Fußgänger mit bescheidenen An-sprüchen an Küche und Keller können täglich (Eisenbahn, Postund Führer nicht mit gerechnet) mit 10 Mark anständig leben.
Die Verkehrsmittel sind in befriedigendem Zustand. Eine ganzeAnzahl Eisenbahnlinien umschließen den Thüringer Wald , dringenin ihn ein und durchschneiden ihn. An die Eisenbahnen schließensich Posten an, durch vortreffliche Straßen unterstützt. Die Ent-fernungen der Poststationen sind im Buch in Kilometern angegeben,wonach leicht die Taxe auszurechnen ist, da jedes Kilometer 10Pfennig kostet. Bei starkem Verkehr thut man wohl (bei gutemWetter), mit dem Einschreiben nicht zu eilen; nicht selten be-kommt man dann einen bessere Aussicht gewährenden Beiwagen,nur erkundige man sich, ob Beiwagen gegeben werden.
Lohnfuhrwerke erhält man: Einspänner tägl. für 10—15 Mark,Zweispänner für 15—20 Mark, je nach den Gegenden und der Nach-frage. Man vereinbare mit dem Lohnkutscher genau das Chaussee-und Trinkgeld, stelle den einzuschlagenden Weg sowie die Zeit desAufenthalts unterwegs fest. Empfehlenswerter sind jedoch Extra-posten , die bei vier Personen kaum teurer als Lohnkutschen zustehen kommen. Die Taxen sind für Pferd und Kilometer 20 Pf.,für den Wagen (verdeckte Post) desgl. 10 Pf., Postillons-Trinkgeldfür das Kilometer 10 Pf., Bestellgeld 25 Pf., Chausseegeld nach denbetreffenden Tarifen, so daß der viersitzige Postwagen für das Kilo-meter 60 — 70 Pf. kostet.
Führer. Das Führerwesen bedarf noch der Ausbildung; diemeisten Führer kennen nur ihre Umgegend genau; Standorte der-selben sind im Buch angegeben. Man erkundige sich bei den Gast-wirten, ob feste Taxen für dieselben vorhanden sind; außerdem ver-einbare man unter genaue)' Bezeichnung den einzuhaltenden Weg,damit man nicht um eines bequemen Wegs willen um einen schönenAussichtspunkt gebracht wird. In den gothaischen Landesteilen sinddie Führer amtlich beglaubigt und erhalten für den Tag 3 Mark.