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Briefe aus der Schweitz, Italien und Südfrankreich : im Sommer 1824 / geschrieben von Heinr. G. Bronn
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noch nicht Gelegenheft gehabt, viel davon zu sehenjaber es ist mir unbeschreiblich wohl zu Muthe. Ichbewege mich so frey; allen Formen, allem Lebens-zwang habe ich den Abschied gegeben. Doch Ihrfühlt meine Lage selbst besser als ich sie beschreibenkann, da Ihr Euch schon in gleichem Falle befunden.Auf der Reise ist mir nichts zugestossen, dasr Euch interessiren konnte. Dagegen habe ich hier inBasel schon vieles gesehen, was mir Freude macht.Aber ich brauche Euch nur wenig mitzulheilen, weilIhr alles Uebrige recht gut in Andreas Briefen nach-lesen könnt.*) Professor P. Merlan ist hier ebensehrbeschäftigt mit dem Ordnen der Versteinerungen derakademischen Sammlung, welche reich ist an interes-santen Gegenständen, Ausser den häufiger vorkom-menden Elephantenzähnen hat man auch einen schö-nen, grossen, konischen Amphibiodonten in körni-gem Rotheisenstein; viele Fischabdrücke in Ueber-gangsthonschiefer **) aus Glaris, die jetzt sehr seilenwerden; einen Limulus aus dem Pappenheimschen,schöner und grösser als der KnoRRsche, doch schonvon Andrem abgebildet ***); schöne Exemplare desKopfes von Eucrinites liliiformis; schöne Turriliten

*) Andreas's Briefe über die Schweitz . Zürich und Win­ terthur . ar. Abdruck, 1776. 4.

**)Nach Merians Ansicht nemlich' über die verschiede-nen Meinungen von der Natur der Gebirgsart vergl. Blain-ville versteinle Fische, übersetzt von Krüoer S. 6 - g.

***) a. a. 0. Taf IV. i