* 6( 53) da
Königin gangen, die sie in einem schönen Saalbeysammen stehend mit der Frau Herzoginvon Orleans, Mademoiſelle d'Alencon,auch andern Princessinen und Hoff- Frauenumgeben, angetroffen, und mit entblößtenHäuptern, wie bey allen Fürstin- und Frauenan den Hoffen der Brauch ist, besprochenhaben. Auhie mußte einer der Schreib- undRed Kunst Wohlerfahrner allen seinen Kräfften auffbiethen, wann die Ihro Majest. deralten Fr. Königin Anna Maria Mauritia vonDesterreich, 2c. weyland Königs Ludwig deßXIII. mildreichisten Gedenckens, geweßtenGemahlin an der Stirn geschrieben herfürscheinende, und aller Welt bekannte Demuth,so wol deß Gemüths als der Bekleidung;und danne die natürliche Schönheit, Sittslichkeit der Gebärden, prächtige Aufzug vonEdelgestein, Perlen und anderm Geschmuck,darmit die anjeto regierende Frau Konigin,Maria Therefia von Oesterreich, 2c. Philip-pi IV. Ronigs in Hispanien Tochter, einewürdige Gemahlin deß groffen Franckreichisschen Monarchen 2c. nicht anderst als die hellsglänzende Sonn an dem Firmament basZimmer erleuchtet, und die Augen der Umständern verblendet hat, der Gebühr und eiegentlichen Beschaffenheit nach solte entworffen, und als ein Beyspiel zweyer hochschäkslichen, und nicht allein Fürstlichen Personen,sondern dem Frauenzimmer insgemein wohl-anständigen Eigenschafften der Tugend undD 3
Schön.