Band 
Erster Band.
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Erstes Kapitel.

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man leicht das allgemeine Ziel desselben verstehen, welches es zu einemWerke über die positive Pliilosophie macht und nicht blos zu einerAbhandlung über die Soziologie. Da aber in der That die Soziologiedas System der Wissenschaften zur Vollständigkeit bringt, so wirdes möglich, ja nothwendig, die bereits erreichten Kenntnisse noch-mals durchzugehen, um sie neben einander zu stellen und als ebenso viele, aus einem Stamm entsprossene Zweige darzulegen, anstattsie noch fortwährend in vereinzelter Weise zu behandeln. Dabeihandelt es sich nicht um eine Reihe besonderer Abhandlungen überjeden Zweig der Pliilosophie; vielmehr verlangt das Werk, um ver-standen zu werden, dass eine Reihe von Studien derjenigen Wissen-schaften vorausgehe, welche dabei in Betracht kommen; mit einemWort, ich biete ein Werk über die positive Philosophie undnicht ein Werk über die positiven Wissenschaften.

Um die Ideen in Bezug auf das zwiefache Ziel dieses Werkeszusammenzufassen, muss ich bemerken, dass die beiden Gegen-stände, der besondere und der allgemeine, untrennbar sind. Dennes würde einerseits ein Werk über positive Philosophie ohne dieBegründung der Gesellschaftswissenschaft nicht verstanden werden,weil ohne dem ihre Begriffe nicht den Charakter der Allgemein-heit haben würden, welche doch deren wichtigste Eigenschaft aus-macht, und anderseits, wie könnte man mit Sicherheit in dem posi-tiven Studium der gesellschaftlichen Vorgänge vorschreiten, bevorder Geist nicht zuerst mit den positiven Methoden vertraut ge-worden und ausserdem mit der Kenntniss der früheren Wissen-schaften ausgerüstet ist, welche sämmtlich mehr oder weniger diegesellschaftlichen Thatsachen beeinflussen.

Um Missverständnissen vorzubeugen, muss ich noch einigeBetrachtungen über diese Allgemeinheit der besondern Wissenschaftenheifügen, da voreilige Leser dieselbe leicht als das ansehen könnten,worauf mein Werk gerichtet ist.

Im anfänglichen Zustand der Kenntnisse gab es noch keine regel-rechte Theilung der wissenschaftlichen Arbeiten; alle Wissenschaftenwurden von denselben Männern betrieben. In dem Maasse, als ver-schiedene Arten der Auffassung sich entwickelten, trennte sich dannjeder Zweig der wissenschaftlichen Erkenntniss allmählich vom ge-meinsamen Stamme, wenn er so weit angewachsen war, um eine abge-