Achtunddreissigstes Kapitel.
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aber ich muss die Auffassung zurückweisen, wonach alle chemischenVorgänge in einfache elektrische umgewandelt werden sollen. DieLehre von Lavoisier , besonders in ihrer Beschränkung auf dieVorgänge der Verbrennung, scheint mir trotz ihrer Mängel höherzu stehen als die, welche man an deren Stelle hat setzen wollen.Die elektrische Auffassung kann jedoch in mittelbarer Weise vonglücklichem Einfluss sein, indem sie zur Annahme des chemischenDualismus hintreibt.
Die elektro-chemische Lehre und namentlich das Ganze derVorgänge, welche zu ihr geführt haben, leiten die Aufmerksam-keit der Chemiker zu einer neuen Ansicht über ihre Wissenschaft,die bis jetzt sehr vernachlässigt worden. Es ist der Einfluss, welchendie Zeit bei Hervorbringung chemischer Wirkungen übt. Die Zeitsteigert nicht blos die Masse der Produkte der chemischen Reaktion —indem die verschiedenen Theile zweier Stoffe sich allmählich ver-binden, da sie meistentheils nicht gleichzeitig wirken können —, son-dern die genügend verlängerte Dauer derselben chemischen Ein-flüsse führt zu Bildungen, welche ausserdem nicht hätten vorsich gehen können. In dieser Beziehung hat die gegenwärtigeChemie eine wesentlich wissenschaftliche Lücke. Die elektro-che-mischen Vorgänge, namentlich die von Becquerel so gut beob-achteten, scheinen mir geeignet, diese Lücke bemerkbarer zu machen^und ich brauche dies wohl nicht später zu betonen, da dieser Punktin die höchsten Fragen der chemischen Geologie eingreift, indemes sich um ein unentbehrliches Element für die Auffassungen derabstrakten Chemie handelt.
Neununddreissigstes Kapitel.
Allgemeine Betrachtungen über die organische Chemie.
Ich habe schon dargelegt, dass es nothwendig ist, die Einthei-lung der Chemie in organische und unorganische aufzugeben. Indiesem Kapitel will ich die Wichtigkeit einer solchen Reform dar-
Comte-Klg, poüitire Philosophie. 23