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Erster Band.
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Kinundvierzigstcs Kapitel.

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nur zu einem Ziele streben, auffassen lässt, kann es weder Lebennoch Organisation geben. Worin könnte wolil die Organisationoder das Leben einer einfachen Monade bestehen? Wenn die Phi-losophie das Unorganische der Körper als aus untheilbaren Mole-külen bestehend auffasst, so stimmt dies mit der Natur der beob-achteten Vorgänge; sie bilden den Grund für jedes stoffliche Da-sein und müssen in identischer Weise ans kleinsten Theilchen be-stehen. Dagegen ist die Vorstellung, dass die Thiere blos auskleinen Thiermolekülen bestehen, nur eine verkehrte Nachahmungder vorigen, denn dann werden die elementaren Thiermoleküle nochunbegreiflicher als das vollständige Thier.

ln der Physiologie lehnt jeder verständige Mensch die lächer-liche Erklärung für die Bewegung des Blutes ab, welche durchdie freiwillige Bewegung der thierischen Kügelchen erfolgen soll;wie sollte dies nicht auch für die Anatomie gelten? Ein Organis-mus bildet ein untheilbares Ganzes; wir theilen ihn nur durch einengeistigen Kunstgriff, um ihn besser kennen zu lernen. Die letzteGrenze dieser Theilung liegt in dem Begriff des Gewebes; darüberhinaus kann für die Anatomie nichts da sein, weil darüber hinauskeine Organisation mehr besteht. Will man hier einen Uebergangvon diesen Begriff zu dem des Moleküls versuchen, so tritt manaus der organischen Philosophie heraus, um in die unorganischeeinzutreten.

Der Begriff des Gewebes vertritt in dem System organischerSpekulation den logischen Begriff des Moleküls, welcher ausschliess-lich der Natur der unorganischen Spekulationen angepasst ist.

Zweiundvierzigstes Kapitel.Philosophische Betrachtungen über die Biotaxie.

Die Zusammenstellung aller bekannten, oder auch nur möglichenOrganismen in eine allgemeine Reihe muss der statischen Unter-