Fünfinulvieragstes Kapitel.
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wesentlich mir mittelmässige seien, sowohl nach dem Guten wienach dem Schlechten hin; sowohl für ihre begehrliche, als für ihregeistige Natur. Sieht man deshalb von der geringen Zahl aus-nahmsweiser ^Organisationen ab, so erhellt, dass ein Jedweder ineinem wenig hervortretenden Grade alle Neigungen, alle Gefühle,alle elementaren Fälligkeiten besitzt, und ohne dass in der Regeldabei irgend eine Fähigheit an sich selbst überwiegt. So hat dieErziehung ein weites Feld, solche Organisationen nach ihrem Sinnezu ändern.
Man hat jedoch gegen Gall’s Lehre einen schwieriger zu be-seitigenden Tadel ausgesprochen; man tadelt die gewagte Lokali-sirung, die ja vielfach notorisch falsch ist, und die Gail glaubteaufstellen zu müssen. Diese Philosophie hat von dem Rechte derNaturforscher Gebrauch gemacht, wissenschaftliche Hypothesen auf-zustellen, während sie im übrigen der von mir aufgestellten Lehresich anschliesst. Die Bedingungen dieser Lehre sind eingehalten,es handelt sich bei ihr nicht um Fluida, nicht um einen phanta-stischen Aether, der jeder Erörterung ausweicht, aber wohl umsehr fassbare Organe, deren hypothetische Eigenschaften positiveBestätigungen gestatten. Solche wissenschaftliche Hypothesen sindfür den Fortschritt der Wissenschaft unentbehrlich, trotz der Ver-legenheit, welche demnächst die Beseitigung oder Berichtigungvon Hypothesen veranlasst, che mittelmässige Köpfe beinahe immermit einem Glauben aufnehmen, der selbst stärker ist, als das kühneVertrauen ihrer Erfinder. Es bedarf keiner Ueberlegung über eineNothwendigkeit, welche durch die Schwäche der menschlichen Einsichtherbeigeführt wird. Mögen sich dafür die kräftigeren Geister an dievon mir angedeuteten Prinzipien der phrenologischen Leime halten,welche ihre ernste Seite ausmachen. Dies ist in hohem Maassezu wünschen. Von diesem Gesichtspunkt aus kann man erkennen,was diese neue Wissenschaft bedarf und welche Mittel zu derenVervollkommnung geeignet sind. Hätte indess Gail sich auf cüeseallgemeinen Begriffe beschränkt, so hätte er keine Wissenschaft ge-schaffen und keine Schule gebildet, denn jene Begriffe wären dannschon im Keime durch die Coalition entgegengesetzter Einflüsseerstickt worden. Der Fall gleicht der mechanischen Hypothesevon Descartes , welche in anderer Beziehung der Philosophie die
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