Achtundvierzigstes Kapitel.
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Da die sozialen Elemente hauptsächlich in ihrer Entwickelungzusammenhängend und untrennbar werden, so kann jede theilweiseAbleitung, wenn sie völlig für sich geschieht, nicht die Wirklich-keit bieten, und jede Erklärung dieser Art muss, bevor sie in dasEinzelne eingeht, zuerst von dem allgemeinen Begriff der mensch-lichen Entwickelung ausgehen.
Was will z. B. das ausschliessliche oder namentlich stückweiseStudium einer einzelnen Wissenschaft oder Kunst sagen, wenn esflicht mit dem Studium des ganzen menschlichen Fortschritts ver-bunden wird? Dies gilt auch für che missbräuchlich sogenannte poli-tische Geschichte; als wenn nicht jedwede Geschichte mehr oder we-fliger politisch wäre. Deshalb müssen die historisehen Vergleiche derVe rsehiedenen Zeitalter der Civilisation sich auf das Ganze der so-Zla len Entwickelung erstrecken. Nur so wird man zu Auffassungengelangen, welche das weitere Studium der einzelnen Gebiete richtigleiten können.
In praktischer Hinsicht wird die historische Methode über-legend das Urtheil über soziale Gegenstände ausbilden, indem siedie Verknüpfung der Ereignisse darlegt oder an den Einfluss er-'flflert, welche sie auf das allmähliche Emporkommen der CivilisationSeübt haben. Schon Condorcet sagt, dass man nicht an dieehlachten von Marathon und Salamis denken könne, ohne die wich-"igen Folgen zu erkennen, welche sie auf che Geschichte der Mensch-ei t gehabt haben. Es bedarf keines Beweises, dass die Ge-wehte vorzugsweise darlegt, wie che verschiedenen sozialen Zeit-einander untergeordnet sind. Man darf nur das Gefühl der8 ° z ialen Solidarität nicht mit dem sympathischen Interesse ver-wechseln, welche alle Schilderungen des menschlichen Lebens er-wecken, und welche selbst einfache Erdichtungen einflössen können.
as Befühl, um welches es sich hier handelt, geht tiefer, denn esJjfli'd gewissermaassen persönlich, und überlegter, da es hauptsäch-aus wissenschaftlicher Ueberzeugung hervorgeht. Diese neue^ sozialer Empfindung findet sich im Beginn nur bei hervor-ra genden Geistern, aber in dem Maasse als die allgemeinen Ergeb-flisse d er Soziologie volksthümlicher werden, wird es später, wennaUc h in geringerem Grade, der Gesammtheit der Gebildeten inne-w °bnen. Hier wird es das Gefühl der Solidarität der Einzelnen