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Vierundfünfzigstes Kapitel.
spricht, und die ihre Gedanken über den auf das materielle Lebenbeschränkten Gesichtskreis erheben, so wie deren Gefühle verfeinernkann. Dieser elementare Unterricht war um so wirksamer, da ergesunde, wenn auch nur empirische Begriffe über die moralischeNatur des Menschen verbreitete; er hat selbst zur Kenntniss derGeschichte der Menschheit geführt, welche der allgemeinen Ge-schichte der Kirche beigegeben wurde. Der philosophische Begriffdes Fortschritts ist trotz seiner Mängel und Fehler aus den An-strengungen des Katholizismus hervorgegangen, womit er seineUeberlegenheit gegen die früheren Systeme darzulegen suchte.Die katholische Erziehung gab jedem Einzelnen das Beeilt unddie Mittel, die individuellen oder gemeinsamen Handlungen zu be-urtheilen, und hat dadurch zur Entwickelung sozialer Erörte-rungen beigetragen, welche die modernen Völker kennzeichnen unddie bei den Unterthanen nicht bestehen konnten, so lange dieTrennung der Gewalten noch fehlte.
Zu diesen bedeutenden Eigenschaften, die hauptsächlich dieMassen betrafen, kommt nun noch die Entwickelung hinzu, welchedas katholische Begiment beinahe immer, wenige vorübergehendeStreitigkeiten abgerechnet, der metaphysischen Philosophie gestattethat. Dieselbe begann damals sich auf moralische und sozialeFragen auszudehnen. Um diese willfährige Gesinnung des Katho-lizismus ausser Zweifel zu stellen, bedarf es nur der Erinnerungan die Aufnahme, welches dieses so verrufene Mittelalter dem vor-geschrittensten Theile der griechischen Philosophie, nämlich derLehre des Aristoteles, angedeihen Hess, die bis dahin viel weniger,selbst bei den Griechen, gegolten hatte.
Der wissenschaftliche Einfluss des Katholizismus war nichtweniger heilsam als seine Thätigkeit für die Philosophie. Aller-dings ist der Monotheismus mit der Lehre von der Unveränder-lichkeit der Naturgesetze nicht ganz verträglich, da er dieselbendurch die Unterordnung der Vorgänge unter übermächtige Willenerschüttert, wenn man auch noch so sehr belehrt 'wird, dieseWillensäusserungen in Folge des Fortschrittes der Wissenschaftenfür regelmässig anzunehmen. Aber im Mittelalter war das mono-theistische Regiment weit entfernt, die wissenschaftliche Bewegungaufzuhalten, vielmehr ermuthigte es dieselbe durch dessen Befreiung