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Sechsundfünfzigstes Kapitel.
diese ungeheure Umgestaltung der Menschheit hat sie ihr vorläufigesAlter beendet und ihr schliessliches Alter in Bezug auf das prakti-sche Dasein begonnen.
Die am meisten philosophische Auflassung dieser Entwickelungbesteht in der Messung des Fortschrittes nach dem Einfluss dercharakteristischen Fähigkeiten der Menschheit auf deren thierischeNeigungen. Die soziale Reihe erscheint als die Verlängerung derthierischen Reihe. Indem das industrielle Leben an die Stelle deskriegerischen getreten ist, hat es das Vorbild des sozialen Menschenum einen Grad erhoben. Der Gebrauch der geistigen Kräfte fürdas praktische Leben ist im industriellen Leben der neueren Zeitviel deutlicher ausgeprägt, als in dem kriegerischen Leben derAlten. Die Befreiung der arbeitenden Klassen hat eine Thätigkeitorganisirt, die für die mittelmässigen geistigen Fälligkeiten dergrossen Mehrheit der Menschen am besten sich eignete. Die Wirk-samkeit des sozialen Instinkts auf das persönliche Interesse ist inder industriellen Lage der Modernen, die sich mit einem allge-meinen Wohlwollen verträgt, gesteigert worden. Ein jeder kannseine tägliche Arbeit so auffassen, dass sie eben so sehr dem ge-meinen Nutzen wie seinem eigenen Vortheile dient. Die alte Weisedes Lebens entwickelte dagegen die feindseligen Gesinnungen selbstinmitten der edelsten Aufopferung. Allerdings hat die Beschränkt-heit des Verstandes in Folge einer übertriebenen Arbeitstlieilungund die Entwickelung des Egoismus in Folge der ausschliesslichenBeschäftigung mit den Privatinteressen seither jenen schönen Eigen-schaften die Waage gehalten; allein diese Uebelstände kommenhauptsächlich davon, dass die Industrie bis jetzt nur eine freiwilligegewesen ist und noch keine systematische Organisation erhalten hat.
Die sozialen Eigenschaften der militärischen Thätigkeit sinddie Folge ihrer mächtigen Organisation, dergleichen besteht abernoch nicht für die Industrie. Was wäre in der Tliat die kriege-rische Hitze, wenn frei von jeder moralischen Disziplin und allersozialen Bestimmung? Sie wäre nur eine Verbindung des Hasses allerArbeit mit dem Instinkt einer rohen Autorität. Es würde daraus eineschädlichere Leidenschaft hervorgehen, die nicht weniger schmach-voll wäre, wie die, welche man so oft den industriellen Begierdenvorgeworfen hat. Der ausserordentliche Nutzen, der sich aus der