Band 
Zweiter Band.
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SechsundfünfzigßteR Kapitel.

das gleichzeitige Regiment dem neuen weltlichen Element entgegen-stellte, seiner Entwickelung eher günstig gewesen.

Nachdem ich so die ursprüngliche Lage des industriellen Ele-ments im alten Organismus geprüft habe, wende ich mich zurBetrachtung der Beziehungen derselben zu den einzelnen wichtigenGewalten.

Der industrielle Aufschwung empfing von der katholischenMacht eine besonders günstige Aufnalnne, da er zu dem Geisteder geistlichen Verfassung und zu den Bedürfnissen der kirchlichenMacht bei deren politischen Gegensatz stimmte. Indess wurde dieseUebereinstimmung, welche der sozialen Bestimmung der geistlichenMacht einwohnte, von Anfang ab durch den unvermeidlichen Gegen-satz gestört, die der theologischen Natur der damaligen Philosophieanhing. Der Katholizismus konnte, ohne seine Natur zu verlieren,keine moralische Modifikation bezüglich einer Lage eingehen, dienicht vorhergesehen worden war. Deshalb wurden die Kämpfeder Geistlichkeit gegen die Verzinsung der Kapitalien den in-dustriellen Unternehmungen schädlich, indem sie die nothwendigenVerhandlungen hemmten und zu übermässigen Bedrückungenführten.

Dies erklärt, weshalb die arbeitenden Klassen, trotz ihrerrespektvollen Annahme der Dazwischenkunft der Geistlichkeit beiihren allgemeinen Geschäften, doch eine instinktive Vorliebe fürdie weltliche Macht empfanden, da diese ihnen keine Furcht voreinem systematischen. Widerstande einflösste. Für die Arbeitergalten die Vornehmen wegen ihres Luxus als Beförderer der Pro-duktion und bei deren besseren Erziehung als die Vorbilder derindividuellen Vervollkommnung. In beiderlei Hinsicht haben diefeudalen Sitten, abgesehen von deren kriegerischen Bestimmuhg,während mehrerer Jahrhunderte einen glücklichen Einfluss auf dieIndustrie ausgeübt. Die Hervorbringung der Gegenstände für diegrosse Masse hat erst viel später der Handels- und Fabriktliätig-keit eine genügende Beschäftigung gewährt. Die gesellschaftlicheUeberlegenheit und der ererbte Reichthum erhielt in den feudalenKlassen eine Gemeinschaft der Ansichten und einen Edehnuth derEmpfindung, die den arbeitenden Klassen als würdige Gegenständeder Nachahmung erscheinen mussten. Aus diesem doppelten Grunde