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Zweiter Band.
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Sechsundfünfzigstes Kapitel. 3(57

Metaphysik verwirklicht. Vorher war dieselbe auf das Studiumder unorganischen Welt beschränkt gewesen, jetzt dehnte sie ihrGebiet und ihre Entitäten auf den moralischen und sozialen Menschenaus. Der Glaube erlitt durch Annahme der Hülfe der Vernunft einenicht wieder gut zu machende Veränderung; er stützte sich nunnicht mehr auf eine Offenbarung, sondern auf Beweise, die be-stritten werden konnten und welche eine neue Lehre bildeten, dieseltsamer Weise den Namen der natürlichen Religion erhielt.- Esbildete sich ein Dualismus zwischen dem alten Begriff von Gottnnd der neuen Entität der Natur. Den Gegensatz zwischen diesenbeiden Begriffen hielt man für genügend mittels des Prinzips er-ledigt, welches unter dem unbemerkten Einfluss des positiven Prin-zips beide der neuen Hypothese unterordnete, wonach ein Gottunveränderliche Gesetze geschaffen habe, deren Anwendung derNatur anvertraut worden sei. Diese seltsame Verbindung, durchdie man das theologische Prinzip mit dem positiven zu versöhnenbuchte, trägt den Stempel des metaphysischen Geistes, welcher esausgearbeitet und sich dabei den besten Theil Vorbehalten hatte.Gie Natur bildete den Gegenstand täglicher Betrachtung und selbstder Anbetung; die Thätigkeit der Gottheit war damit auf eineblos im Anfänge eintretende zurückgeführt, auf welche der GedankeUnmer weniger zurückging. Der gesunde Menschenverstand hatniemals jene Doktor-Subtilitäten zugelassen, welche die Begriffe desfreien Willens und der unaufhörlichen göttlichen Thätigkeit be-seitigten, ohne die der theologische Glaube seinen Charakter nichtbewahren kann, und man darf sich deshalb nicht verwundern, dassder Volksin stinkt damals so viele gelehrte Herren des Atheismusbeschuldigte.

Nichts kennzeichnet diese Lage besser als der Streit derNominalsten und Realisten. Der Fortgang dieses langen Streitesentspricht dem wachsenden Einfluss der Philosophie, die den Siegdes Nominalismus über den Realismus entschied. Unter diesenWurmen, welche jetzt so leer erscheinen, begann der Kampf desPositiven Geistes gegen den metaphysischen, dessen Charakter inder Personifikation von Abstraktionen besteht, die nur ein Daseinln ihren Worten haben. Die griechischen Schulen haben niemalsei Uen so wichtigen, noch so entscheidenden Streit geführt, welcher