388 Siebenunilfiinfzigstes Kapitel,
eine beklagenswerthe politische Wetterwendigkeit ersetzt, ohnewelche dem Bonaparte die Instrumente und die Stütze für dieWiederherstellung eines Regiments, welches der allgemeine Wider-wille noch vor Kurzem vertilgt hatte, gefehlt haben würden. Derschmachvolle Abfall so vieler unwürdiger Republikaner und dieunsinnige Begeisterung der Massen zeigten die Gebrechlichkeit,welche aUen metaphysischen Ueberzeugungen anhängt. Der Kriegbildete die Unterlage des rückschrittlichen Systems, welches ohneihn nie einen solchen zeitlichen Bestand hätte erlangen können.Der kriegerische Geist huldigte, ehe er erlosch, der friedlichenNatur der modernen Gesellschaft, indem er sich bemühte, denKrieg als ein Mittel für die Civilisation darzulegen. Es war dieseine Wiedererneuerung der römischen Pohtik, die zwar vor fünf-zehn Jahrhunderten bestanden hatte, aber jetzt nicht mehr er-neuert werden konnte. Ein solcher politischer Irrthum war beidem Ausbruch der revolutionären Vertlieidigung, welche zur Ver-breitung der französischen Ideen reizte, zu entschuldigen; aberwährend der kaiserlichen Kriege konnte die Anmassung, durchdie Plünderung und Unterdrückung Europa’s den Fortschritt zubeschleunigen, Niemand ernstlich überzeugen.
Dieses System von Kriegen erweckte, gleich einem Einfallvon Barbaren, ein Prinzip von Unabhängigkeit und Freiheit, dasmehr oder weniger dem unserer Revolution glich. So hat diekaiserliche Tyrannei gegen die Absicht ihres Herrn zur Wieder-erneuerung Europa’s beigetragen. Während das unterdrückte Paris die Nahrung für seiue Thätigkeit in den elenden Streitigkeitenfinden musste, welche Komödianten und Versemacher mit einanderführten, hallten Cadix, Berlin, Wien von den kräftigen Gesängenund den patriotischen Rufen wieder, welche überall zur Erhebunggegen eine unerträgliche Herrschaft aufforderten. Aber auch abge-sehen von dieser unvermeidlichen Reaktion war die kaiserliche Politikstatt den französischen Einfluss auszubreiten, ihm vielmehr schäd-lich, indem sie die Völker trieb, sich mit den Königen zu vereinen,um die fremde Unterdrückung abzuschütteln. So wurde die Sym-pathie und die Bewunderung, welche unser revolutionäres Beginnenund unsere nationale Vertlieidigung überall erweckt hatte, zerstört.