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Zweiter Band.
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Siebenundiunizigstes Kapitel.

welche von einer vollkommenen Unparteilichkeit beseelt sein wird,wird in den Streitfällen, die bei der sozialen Bewegung sich er-heben, ein hohes Schiedsrichteramt üben, denn solche Fälle würdeman keiner weiteren Prüfung unterstellen können.

Da die internationalen Beziehungen keiner weltlichen Autoritätunterstellt werden können, so würden sie ungenügenden Gegen-sätzen überlassen bleiben, wenn sie nicht in das Bereich der geist-lichen Macht fielen, welche allein so allgemeiner Gesinnung ist,dass sie überall beachtet werden wird. Es wird daraus ein ganzneues diplomatisches System hervorgehen. Dieselbe Autorität,welche bei der eigentlichen Erziehung die Moral für die Völker,wie für die Individuen und Klassen begründet hat, wird ihr auchfür das thätige Leben die privaten wie die nationalen Streitig-keiten unterstellen.

Nach dieser Darlegung der Befugnisse der neuen geistlichenGewalt, werde ich den sozialen Charakter ihrer Macht untersuchenund zwar namentlich durch Vergleichung oder vielmehr Entgegen-stellung desselben mit dem der katholischen Autorität im Mittelalter.Die weltliche Macht bedarf eines gewissen materiellen Ueber-gewichts an Kraft und Reichthum, das oft nur ungern ertragenwird; die geistliche Gewalt ist dagegen eine sanftere und ein-dringendere und ruht auf dem Vertrauen, das freiwillig ihrerhöheren Einsicht und Moralität zugestanden wird. Sie setzt einefreie Zustimmung zu einer gemeinsamen Lehre voraus, welche dieAusübung und die Bedingungen eines solchen Einflusses regelt;dabei wird aber die philosophische Natur der Lehre auf elementareCharaktere, welche sich allen möglichen Arten von moralischenRegierungen unterwerfen, ihren Einfluss äussern. Die theologischeAutorität ist mit einer Offenbarung verknüpft, an welcher derGläubige keinen Antheil hat, und sie ist deshalb absolut; die Autoritätder neuen geistlichen Gewalt wird den Umständen Rechnungtragen, ebenso wie die ihr entsprechende Philosophie. Da Niemandalles wissen und alles benrtheilen kann, so bietet das Vertrauen,welches durch den hervorragendsten Denker erlangt worden,eine vollkommene Analogie mit dem, was jedem in Bezug »ntgewisse Dinge selbst von der schwächsten Einsicht entgegen-gebracht wird. Die schreckliche Herrschaft, welche während der