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Nordwest-Deutschland (von der Elbe und der Westgrenze Sachsens an) : Handbuch für Reisende / von K. Baedeker
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XIV
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ZUR KUNSTHISTOKISCHEN Romanischer

Kleinere Denkmäler aus seiner Zeit bewahren der Schatz desDomes und der Magdalenenkirche. Die wichtigste Bauschöpfungdes Bischofs, die Michaelskirche, wurde im xrr. Jahrh. nach einemBrande hergestellt, hat aber trotzdem ihren ursprünglichen Charakternicht eingebüßt. Dem dreischifllgen Langhause schließt sich aufbeiden Seiten ein Querschiff und eine Apsis an , sechs Türme be-decken den Bau. Verwandte Anlage (StützenWechsel) zeigen derDom und die Godehardikirche ; als Säulenbasilika ist die benach-barte Moritzbergerkirche konstruiert worden. Wenn die Hildeshei-mer Bauten die Natur der frühromanischen Kunst uns in anschau-licher Weise vorführen, so bieten die Denkmäler Brauuschweigsaus der Zeit Heinrichs des Löwen treffliche Proben ansgebildeterWölbungskunst. Die Pfeilerform wird bereits durchgängig bei denStützen der Mittelsehiffsmauer augewendet, doch hallt noch dieErinnerung an den früher üblichen Stützenwechsel in der ver-schiedenen Gestalt nach, welche den einzelnen Pfeilern gegebenwird, je nachdem sie bloß die Arkaden tragen oder auf die Gewölbesich beziehen. Diese haben noch keine Rippen und spannensich über quadratische Joche, so daß stets ein Pfeiler übersprungenwird, je der dritte, fünfte u. s. w. Pfeiler als Gewölbeträgerfunktioniert. Die Kirchen selbst zeigen die Kreuzform deutlichund empfangen durch die zwei stattlichen Türme an der West-seite einen besonderen Schmuck, Als Beispiele mögen der Dom,die Andreas-, Martins- und Katharinenkirche dienen. Die plastischeDurchbildung der einzelnen Glieder ist nicht so groß wie inHildesheim , wenn es auch nicht an stattlichen Portalbautenmangelt. Doch blieb hier wie in ganz Niedersachsen die Kunstder Plastik und Malerei keineswegs ohne Pflege. Von denSchlachtenbildern freilich, welche Heinrich der Einkler in derPfalz zu Merseburg malen ließ, haben sich keine Spuren erhalten.Wohl aber weisen die bemalte Holzdecke in der Hildesheimer Michaelskirche, der ausgedehnte Kreis von Wandbildern im Domezu Braunschweig , die Wandgemälde in der Neuwerkerkirche zuGoslar, in der Liebfrauenkirche zu Halberstadt , die Reste vonmalerischem Schmucke in westfälischen Kirchen auf eine längereÜbung hin und offenbaren in der Komposition wie in der Zeich-nung — die Wirkung der Farbe entzieht sich natürlich der Be-urteilung — eine nicht gewöhnliche Geschicklichkeit. Nochgrößere Leistungen hat aber die niedersächsische Kunst auf demGebiete der Skulptur bereits in frühmittelalterlichen Zeiten auf-zuweisen. Der eifrige Betrieb des Bergbaues förderte die Metall-arbeit und brachte die Gießkunst in rasche Aufnahme. Nochaus der Zeit des Bischofs Bernward bewahrt Hildesheim eineReihe von Gußwerken, und ebenso hat Braunschweig aus der ZeitHeinrichs des Löwen mehrere Bronzewerke aufzuweisen, wie denLöwen auf dem Burgplatze, den siebenarmigen Bronzeleuchterund den Altar der Herzogin Mathilde im Dome. Aber auch die